Zuletzt sorgte der ehemalige Verteidigungsminister der Ukraine, Mychailo Fedorow (35), immer wieder für Wirbel. Seit seiner umstrittenen Ablösung gilt er für manche Betrachter sogar als Gegenspieler von Präsident Wolodymyr Selenskyj.
Dieser baute im Juli sein Kabinett um und drängte Fedorow zum Rücktritt. Für den 35-Jährigen übernahm der Ex-Geheimdienstler Jewhenij Chmara die Rolle des Verteidigungsministers. Im Volk führte dies zu Unruhen. Tagelang gingen die Menschen für Fedorow auf die Straße – trotz des russischen Angriffskrieges.
Zuletzt ließ der Ex-Verteidigungsminister damit aufhorchen, dass er Wahlen verlangte. Laut Kriegsrecht sind diese aktuell ausgesetzt. Selenskyj stellte sich auch gegen den Vorschlag Fedorows. Die Wahlen wären des Krieges ein "Tsunami für das Land, der die Ukraine spalten wird", so der ukrainische Präsident.
Nun hat sich der 35-Jährige in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters erneut zu Wort gemeldet und davor gewarnt, dass der Ukraine eine Niederlage im Krieg drohe. Ihm zufolge habe man nur noch wenige Monate Zeit, um die Wende zu schaffen.
Als Gründe nannte Fedorow Planlosigkeit. Aber auch mangelnde Innovationen, Korruption und ineffiziente staatliche Strukturen seien im Kampf gegen Russland hinderlich.