Nach einem umstrittenen Video von Polizeiminister Itamar Ben-Gvir wächst in Israel und international die Empörung. Die Aufnahmen aus Aschdod zeigen Gaza-Aktivisten der Hilfsflotte auf den Knien, während Ben-Gvir zwischen den gefesselten Menschen die israelische Flagge schwenkt und ruft: "Willkommen in Israel, wir sind hier die Hausherren."
Premier Benjamin Netanjahu erklärte, der Umgang mit den Aktivisten entspreche nicht den "Werten und Normen Israels". Gleichzeitig verteidigte er den Stopp der Flotte. Außenminister Gideon Saar schrieb auf X, Ben-Gvir habe "unserem Staat mit diesem beschämenden Auftritt wissentlich Schaden zugefügt". Er sei "nicht das Gesicht von Israel".
Auch Europa reagierte scharf. Italien und Frankreich bestellten die israelischen Botschafter ein. Italiens Außenminister Antonio Tajani bezeichnete das Video als "absolut inakzeptabel" und forderte eine Entschuldigung für die Behandlung der Aktivisten.
Israels Außenministerium hatte zuvor den vollständigen Stopp der aus 51 Booten bestehenden "Gaza Sumud Flotilla" gemeldet. Alle 430 Aktivisten seien nach Aschdod gebracht worden. Laut den Organisatoren sollen sie in ein Gefängnis in der israelischen Wüste überstellt werden.
Ziel der Flotte sei es gewesen, "einen humanitären Korridor einzurichten und Israels illegale Blockade des Gazastreifens zu durchbrechen". Laut "Global Sumud Österreich" seien auch drei österreichische Staatsbürger betroffen. Wie berichtet soll sich auch der ehemalige ÖSV-Abfahrer Julian Schütter unter den Inhaftierten befinden. Der 28-Jährige war bereits in der Vergangenheit als Pro-Palästina- und Klimaaktivist in Erscheinung getreten.