Klein, leise, fährt sie nur alle halbe Stunde und schnurstracks durch Felder durch – die Salzburger Lokalbahn sticht im Straßenbild deutlich weniger hervor als ein herkömmlicher Zug. Erst über Ostern fuhr sie gar nicht, Ersatzbusse waren unterwegs. Wurde genau das Alexander Manninger zum Verhängnis?
Wie berichtet, starb der ehemalige ÖFB-Goalie Donnerstagfrüh im Alter von nur 48 Jahren, nachdem sein Minivan auf einem unbeschränkten Bahnübergang von der Eisenbahngarnitur erfasst wurde. Vom FC Arsenal nach Augsburg, über Gianluigi Buffon, den ÖFB und die Salzburger Austria ist die Trauer in der europäischen Fußballwelt groß. Einer der größten Torhüter Österreichs Fußballgeschichte ist tot.
Zum genauen Hergang ist noch vieles ungeklärt. Fest steht: Manninger war gegen 8.25 Uhr alleine unterwegs und fuhr in einem dunkelgrauen, modernen VW-Multivan. Nicht weit von der Haltestelle Pabing entfernt wurde das Auto von der Lokalbahn erfasst und mehrere Meter mitgeschleift.
Beim Eintreffen der Einsatzkräfte war der Salzburger bereits von Ersthelfern aus dem Fahrzeug befreit worden und wurde reanimiert. Die Polizei unterstützte die Reanimationsmaßnahmen, wobei auch ein Defibrillator zum Einsatz kam. Trotz weiterer Maßnahmen durch Rettung und Notarzt verlief diese aber erfolglos.
Es blieb den Einsatzkräften nichts anderes übrig, als den Tod festzustellen und den Leichnam abzutransportieren. Die FF Nußdorf barg das Wrack von den Gleisen, für die 25 Insassen des Zugs ging es mit dem Bus weiter. Mehrere Stunden lang musste die Strecke gesperrt bleiben.
Die weiteren Details soll für die Staatsanwaltschaft jetzt der Kfz-Sachverständige Gerhard Kronreif klären. "Durch die Art des Fahrzeugs ist es möglich, die elektronischen Daten genau auszuwerten – und damit das Fahrverhalten des Lenkers", sagt er zur "Kronen Zeitung". Das werde aber noch einige Wochen in Anspruch nehmen.
Die Strecke (und die heikle Stelle) dürfte er laut "Krone" jedenfalls bestens gekannt haben. Jenseits der Gleise führt die Straße zu mehreren Fischteichen. Das Angeln war bekanntlich eines der größten Hobbies Manningers.