Carina Edlinger holte 2022 bei den Winter-Paralympics in Peking Gold im Para-Langlauf-Sprint. Die Freude darüber hielt sich in Grenzen. Denn die damals 23-Jährige wurde zwei Wochen vor dem Rennen vergewaltigt. "Forbes Austria" brachte den Fall ins Rollen, die Sportlerin bestätigt die Berichte.
"Ich habe in meinen Jahren im österreichischen Sport sehr dunkle Zeiten erlebt und habe sehr darunter gelitten. Nach außen war ich die erfolgreiche junge Lady. Aber wie es dem Menschen dahinter geht, ist etwas anderes. Ich habe das alles zum Glück überlebt", zitiert "laola1.at" Edlinger, die mittlerweile Tschechin ist und Edlingerova heißt.
Die Medaille hat die sechsfache Weltmeisterin verräumt. "Ich habe psychologisch sehr viel an dem Wort China gearbeitet." Edlingerova erzählt: "Nach China war ich 14 Wochen in Therapie. Ich sage, über psychische Gesundheit redet eigentlich keiner, weil dann jeder sagt, du bist ja psychisch krank. Die meisten Leute verstehen halt nicht, dass ein Mensch dahintersteckt."
Die Aussagen lassen nur erahnen, was die Athletin durchgemacht hat. Ob der Vorfall schlussendlich zum Nationenwechsel geführt hat, will Edlingerova nicht klar beantworten: "Es ist gut so, wie es ist."
Bekannt ist: Die sehbehinderte Wintersportlerin überwarf sich mit dem ÖSV. In der "Kleinen Zeitung" sagt sie: "Es ist so viel vorgefallen in den letzten Jahren, auch mit dem Shitstorm infolge des Nationenwechsels habe ich gemerkt, wie unwillkommen ich in diesem System mittlerweile war. Die einzige Aussage, die ich getroffen habe, war: Ich möchte friedlich gehen. Aber ich bin zur Ski-Rebellin geworden. Es gibt zwei, drei, die mir die Entscheidung sehr leicht gemacht haben."
Als Tschechin will die gebürtige Bad Ischlerin neu durchstarten – und eroberte bei den aktuellen Paralympics Silber im 7,5-Kilometer-Biathlon-Sprint. Für ihre neue Heimat war es die erste Medaille seit 2010. "Sogar das tschechische Fernsehen hat extra ein deutschsprachiges Team geschickt, das ehrt mich ja fast."