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Ex-Rapidler Boskovic: "Bald wieder in Wien"

Heute Redaktion
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Großes Rapid-Comeback von Fanliebling Branko Boskovic? Alles ist möglich, aber ich habe noch ein Jahr Vertrag bei D.C.United, sagt der Edeltechniker, der im Dezember für ein paar Tage nach Wien kommen will. Vorab spricht er im exklusiven Heute-Interview über die USLiga, Superstar David Beckham (GB) und Ex-Trainer Peter Pacult.

Rapid-Fans trauern deinem Abgang hinterher. Hast du noch Kontakt zum Ex-Klub?

Ja klar, ich schau mir manchmal sogar die Spiele im Fernsehen an. Wegen der Zeitverschiebung ist das natürlich nicht immer leicht. Mit Salihi bin ich sogar noch in Kontakt. Ich hatte bei Rapid eine wunderschöne Zeit, habe viele Freunde gewonnen. Im Dezember komme ich übrigens wieder nach Wien und bleibe ein paar Tage zu Besuch. Ich war auch davor ein paar mal in Wien - immer wenn ich zum Nationalteam nach Montenegro geflogen bis, war meine Route Washington-Wien-Montenegro.

Dann wirst du bemerkt haben, dass es nicht so gut läuft.

Es ist schon so, dass sie viele Spiele haben. Wenn du Meisterschaft, Cup und Europa Laegue spielst, und dann auch noch neue Spieler integrieren musst, wird es schwer. Die Leute erwarten von einer erfolgreichen Mannschaft, dass sie immer gewinnt. Aber das klappt eben nicht jedes Jahr. Rapid hat mit Jelavic und mit mir wichtige Spieler abgegeben. Es dauert eine Zeit, bis sich das neue Team gefunden hat.

Auch Trainer Peter Pacult stand zuletzt in der Kritik.

Ich kann wirklich nichts Schlechtes über ihn sagen. Für mich ist er ein sehr guter Coach.

Gibts ein Comeback von Branko Boskovic in Hütteldorf?

Alles ist möglich, es hat sich aber noch niemand gemeldet.

David Beckham hat in der US-Liga- Pause in Europa gespielt. Wäre das eine Option für dich?

Ein David Beckham kann sich den Verein aussuchen, ich nicht.

Wo liegt der Unterschied zwischen US- und Bundesliga?

Die Liga ist nicht unbedingt stärker als die in Österreich, aber anders. Es ist ein riesiges Land, man spielt fast jede Woche in einem anderen Teil der USA. Klar, die Liga hat weniger Tradition, es gibt sie erst seit 15 Jahren. Was mir aufgefallen ist: Die meisten US-Spieler haben einen zu großen Offensivdrang, gehen wie bei einem Basketball-Match an die Sache ran. Obwohl die Mannschaft mit 2:0 in Führung liegt, greifen sie an und wundern sich dann, warum sie 2:3 verlieren. Das macht es nicht einfach zu spielen.

Wie bist du mit deiner ersten Saison bei D.C. United zufrieden?

Für mich war es am Anfang nicht leicht, weil ich mitten in der Saison zur Mannschaft gestoßen bin. Es ist dann auch nicht wirklich gut gelaufen, wir haben viele Spiele knapp verloren. Letztlich haben wir die Playoffs klar verpasst und sind in der Division sogar Letzter geworden. Aber das Team hat Potential, nächste Saison wird sicher besser werden.

Anderes Thema: Wie steht es um deine Flugangst?

Haha, die habe ich endlich besiegt! Ich fürchte mich nicht mehr, wenn ich in ein Flugzeug steige. Ich fliege so viel herum, dass ich mich daran gewöhnt habe. Das ist wirklich sehr positiv.

Du lebst in der selben Stadt wie Barack Obama. Hat er sich schon mal eines eurer Heimspiele angesehen?

Nein, Fußball ist ja hier nicht so populär. Zu unseren Heimspielen kommen im Schnitt 10.000 Zuschauer würde ich sagen. Obama war aber noch nicht darunter.

Erich Elsigan