Einst Serienmeister, jetzt vor dem Aus: Der USV Neulengbach muss Insolvenz anmelden. Der Frauen-Traditionsklub aus dem Bezirk St. Pölten zieht damit einen Schlussstrich unter eine große Ära im österreichischen Fußball.
Zwischen 2003 und 2014 dominierte Neulengbach die Liga nach Belieben, holte Titel am laufenden Band und schrieb auch international Geschichte. Doch mit dem sportlichen Aufstieg von St. Pölten und wachsendem finanziellen Druck geriet der Verein zunehmend ins Hintertreffen. Ausbleibende Sponsorengelder machten eine Fortführung zuletzt unmöglich, eine Bundesliga-Lizenz für die kommende Saison wurde nicht mehr beantragt.
Noch im Sommer 2025 hatte der Klub einen viel beachteten Neustart gewagt. Reality-TV-Bekanntheit Cheyenne Ochsenknecht übernahm das Präsidentinnen-Amt und wollte dem Frauenfußball mehr Sichtbarkeit und neue Impulse geben. Sportlich übernahm Austria-Legende Andreas Ogris als Trainer. Die große Wende blieb jedoch aus.
Nun steht der Verein vor einer ungewissen Zukunft. Ob die laufende Saison noch zu Ende gespielt werden kann, ist offen. Parallel wird an einem Neustart gearbeitet, zumindest der Nachwuchs- und Amateurbetrieb soll erhalten bleiben.
Damit endet vorerst die Geschichte eines Klubs, der den Frauenfußball in Österreich über Jahre geprägt hat und zuletzt vergeblich um seine Existenz kämpfte.
Ogris war seit Mai 2025 Trainer der Niederösterreicher. Nach dem Aus bei Stockerau war Neulengbach seine erste Station im Frauenfußball. Der 61-Jährige war zuvor bei seinem Herzensklub Austria Wien im Nachwuchs, bei den Amateuren und als Co- und Cheftrainer auch bei den Profis Coach.
Der 63-fache ÖFB-Teamspieler brachte es in seiner aktiven Zeit auf 332 Bundesligaspiele, schoss dabei 107 Tore und holte fünf Meistertitel und drei Cupsiege mit den "Veilchen". Die einzige Auslandsstation des Wieners war Espanyol Barcelona in der Saison 1990/91.