Österreichs Nationalteam ist für die WM gerüstet. Das unterstrichen die beiden Testspielsiege in Wien gegen Südkorea (1:0) und Ghana (5:1). Teamchef Rangnick hat jetzt die Qual der Wahl: Wer fährt mit zur Endrunde? Bereits am 18. Mai will der Deutsche den endgültigen 26-Mann-Kader nennen. Eine Woche darauf (von 27. Mai bis 1. Juni) steigt das Trainingscamp im neuen ÖFB-Campus in Aspern.
"Wir werden dort kein Casting mehr machen. Ich möchte es mir und den Spielern ersparen, dass sie nach vier, fünf Tagen Training wieder nach Hause geschickt werden", erklärt der Deutsche.
Rangnick nimmt drei Torleute mit zur WM, will jede Feldspieler-Position doppelt besetzen – bleiben drei Positionen übrig.
"Österreichs Kader steht zu 90 Prozent", sagt "Heute"-Experte Aleks Dragovic, der nur noch kleine Fragezeichen sieht. Etwa bei Abwehrspieler Maxi Wöber. "Er hat seit August verletzungsbedingt nicht mehr gespielt, war jetzt beim Team quasi als Gast dabei. Wieso? Aber Teamchef Rangnick wird sich seine Gedanken machen, weiß genau, was er tut, wie er mit den Spielern umgehen muss. Anders als Deutschlands Trainer Julian Nagelsmann, der jetzt seinen Stürmer Deniz Undav öffentlich fertig gemacht hat."
DFB-Teamchef Nagelsmann hatte den formstarken Stuttgarter zuletzt nur von der Bank gebracht. Als "Joker" schoss er die Deutschen zum 2:1-Sieg gegen Ghana.
Nagelsmann hatte erklärt, dass Undav ein starker Joker sei, dem bei einem Einsatz von Beginn an aber die "Kreativität ein bisschen flöten" gehe, wenn er zu Beginn des Spiels viel arbeiten müsse. Zudem machte er ihm keine Hoffnung auf Einsätze in der Startelf.
Diese Vorgehensweise kritisierten zuletzt auch schon die DFB-Legenden Stefan Effenberg und Didi Hamann. Jetzt auch Dragovic.