Der deutsche Leinwand-Liebling Axel Milberg, der jahrelang als "Tatort"-Kommissar Klaus Borowski in Kiel ermittelte, hat nun einen neuen Auftrag in Wien: Am 22. März liest er im Theater Akzent eine sehr persönliche Auswahl an Geschichten vor, die ihm teilweise selbst passiert sind.
"Die Textauswahl war ganz alleine meine Entscheidung. Die Klammer ist das Spielen", sagt er im "Heute"-Gespräch. Der 69-Jährige erzählt etwa aus der fast vergessenen Autobiografie des Schauspielers Alexander Granach, der nach Hollywood ging und bei einer Routine-OP starb.
Er gibt in Wien auch die Kurzgeschichte "Die Bestie" von Bertolt Brecht zum Besten, die "ebenso zeitlos ist wie die anderen Geschichten. Es ist mir ein Anliegen, dass es ein Abenteuer ist und über den Abend hinaus wirkt." Bevor er ins Theater Akzent kommt, hat der Schauspieler noch mehrere sehr spannende Projekte. Nach einer Ausstellungseröffnung seiner Frau Judith, mit er auch die Wissensendung "Mit Milbergs im Museum" macht, wartet eine Lesung mit Star-Autor Salman Rushdie in München auf ihn. Zuvor ist er noch auf der Diagonale in Graz, wo er seinen Film "Mit und ohne Simone" mit Adele Neuhauser vorstellt.
"Ich habe zum ersten Mal mit ihr gedreht. Sie war sehr gut vorbereitet und hatte klare Vorstellungen. Wir haben beide intensiv gekämpft. Durch sie habe ich es alles ernster genommen, es war sportlich, das Preußische traf auf den Wiener Schmäh", schildert Milberg. "Wir spielen ein zänkisches Ehepaar, sind beide bockig und haben unser Haus genau zur Hälfte aufgeteilt. Die aufgeklebte Trennlinie geht sogar übers Sofa und die Wände hoch."
Demnächst ist Milberg wieder für Dreharbeiten mit Regisseurin Miriam Unger in Wien – "im Mai, wenn es am schönsten ist". Er lebt in München und ist seit den 80er Jahren beruflich regelmäßig in der österreichischen Hauptstadt. "Ich war letztes Jahr fünf Wochen in Wien, und habe gestaunt, was für eine europäische, strahlende Schönheit Wien ist. Jede Gasse ist so voller Leben."
"Ich ziehe die Energie aus der Freude an dem, was ich mache. Immer eins nach dem anderen und immer im Augenblick sein. Es ist nur manchmal schwer, wenn ich nachts aufwache und denke, Oops, grad ein bisschen zu viel."