Angebliche Gold-Geschäfte, Krypto-Gewinne und Villen am Meer: Ein Ex-WEGA-Beamter (45) und seine blonde Ehefrau (40) mussten sich am Mittwoch in Wr. Neustadt (NÖ) wegen eines unglaublichen Millionen-Krimis vor Gericht verantworten – und kassierten Haftstrafen!
Der Fall hätte eigentlich eine eigene Netflix-Serie verdient: Seit 2022 sollen die gebürtige Albanerin und ehemalige Arzthelferin sowie der freiwillig aus dem Polizeidienst ausgeschiedene Ex-Elite-Cop Freunde, Bekannte und Geschäftspartner mit immer neuen Investment-Ideen geködert und dabei rund zwei Millionen Euro herausgelockt haben.
Die 40-Jährige soll sich ihren Opfern wahlweise als ranghohe Geheimdienst-Mitarbeiterin oder als Tochter eines albanischen Clanführers mit Immobilienbesitz am Balkan ausgegeben haben. Laut Zeugen reichte sie Fotos von sich in Bundesheer-Uniform mit dem goldenen Brigadier-Dienstgrad herum oder rollte im geleasten Lamborghini zu Geschäftsterminen vor. Zudem soll sie von verwandten Scheichs in Dubai mit Zinshäusern in Wien schwadroniert haben, gaukelte angebliche Millionenkonten in der Schweiz vor, auf die sie angeblich gerade keinen Zugriff habe.
Ein Mann überwies ihr nach einer Luxus-Reise mit dem Paar im Glauben, eine Strandvilla in Albanien zu erwerben, 324.000 Euro. Ein anderes Opfer übergab 340.500 Euro als Darlehen, sah keinen Cent davon je wieder. Insgesamt investierten laut Staatsanwaltschaft 18 Opfer aus Niederösterreich in krumme Gold-, Krypto- und Immobilien-Deals.
Das ganze Geld floss jedoch nicht wie ursprünglich angekündigt zurück, sondern ging laut Anklage ausschließlich für den luxuriösen Lebensstil des Paares drauf. Die Blondine und ihr Ex-Cop sollen sich jahrelang ein Jetsetleben geleistet haben. Der Ex-Polizist habe zudem kräftig mitgespielt. Laut Anklage gaukelte er in einem Gasthaus Zeugen vor, durch Bitcoin-Geschäfte zum Millionär geworden zu sein.
Die inhaftierte 40-Jährige gestand reumütig. "Es tut mir unglaublich leid, ich schäme mich. Ich wollte einfach meinem Mann imponieren", erklärte sie. Woher sie die Uniform und offenbar auch eine Zutrittskarte für Kasernen hatte, verriet sie auch bei ihrem Prozess nicht.
Der Ex- Beamte – er wurde von Top-Anwalt Mirsad Musliu verteidigt – bekannte sich teilweise schuldig, sah sich selbst als Opfer: Er wollte auch von seiner eigenen Ehefrau getäuscht worden. "Sie hat wirklich eine unglaubliche Überzeugungskraft. Mein Mandant hat ihr alles geglaubt und leider blind vertraut", so Musliu.
Bis zu 10 Jahre Haft drohte, am Ende wurden es 3,5 Jahre für sie und 24 Monate teilbedingte Haft für ihn. Die lebenslange Pfändung aufs Existenzminimum zur Entschädigung der Opfer dürfte folgen. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.