Die Stadt Linz weist stets darauf hin, dass sie keine neuen Spiellokale will. Das Problem: Ihr sind rechtlich die Hände gebunden. Denn die Bewilligung von Standorten ist im OÖ-Wettgesetz geregelt und liegt damit in der Zuständigkeit des Landes.
Dass jetzt eine derartige Einrichtung in der südlichen Landstraße – ohnehin seit Jahren ein Sorgenkind – aufgemacht hat, ruft den zuständigen Stadtrat auf den Plan. Die Kritik von Thomas Gegenhuber (SPÖ): "Wettbüros entwickeln sich häufig zu sozialen Brennpunkten mit weitreichenden Folgen."
Er verweist nicht nur auf spielsüchtige Menschen, "die ihre Existenz aufs Spiel setzen", sondern auch auf Anrainer und angrenzende Unternehmen. Diese seien mit einer Abwertung ihrer Geschäftsumgebung konfrontiert.
"Wir brauchen daher endlich die rechtliche Möglichkeit, bei der Bewilligung von Wettbüros mitzureden", betont Gegenhuber. "Die Stadt kennt die lokalen Gegebenheiten am besten." Die Landesregierung sei gefordert, das Gesetz entsprechend anzupassen und den Kommunen ein echtes Mitspracherecht einzuräumen.
Der Linzer VP-Chef Vizebürgermeister Martin Hajart schlägt in die gleiche Kerbe und verweist auch auf eine Zunahme in der Hauptstraße im Stadtteil Urfahr. Er fordert den zuständigen Landesrat Martin Winkler (SPÖ) auf, endlich zu handeln. "Der Wildwuchs neuer Wettlokale schadet der Attraktivität ganzer Straßenzüge."
„Der Wildwuchs neuer Wettlokale schadet der Attraktivität ganzer Straßenzüge.“Martin HajartVizebürgermeister
Gegenhuber verweist aber gleichzeitig darauf, dass die Entwicklung der Standorte mit Wettterminals in den vergangenen Jahren positiv sei: Demnach hat sich die Anzahl von 111 (Stand: Juni 2021) auf 89 (Stand: Juni 2026) reduziert.