Experte: Austria wird Vize-Meister, Rapid wieder da

Experte Tim Armitag tippt die Wiener Austria unter Christian Ilzer auf Platz zwei.
Experte Tim Armitag tippt die Wiener Austria unter Christian Ilzer auf Platz zwei.Bild: GEPA-pictures.com
Wer wird Meister? Wer hat sich am besten verstärkt? Wo sind die Baustellen der großen Bundesliga-Klubs? Wir machen den Check.
Am Freitagabend empfängt der Rekordmeister den amtierenden. Rapid eröffnet gegen Red Bull Salzburg die Saison (20:45 Uhr, "Heute"-Liveticker). "Heute" nahm die fünf Liga-Topteams vor dem Auftakt genau unter die Lupe, zeigt ihre Stärken und Schwächen. Experte Tim Armitage legt den Fokus vor allem auf die Veränderungen zur letzten Saison.



Viele neue Gesichter im Klub. Trainer Jesse Marsch, Nachfolger von Marco Rose (Gladbach), hat alle Hände voll zu tun. Die Abgänge abzufedern wird sicher eine große Herausforderung. Endlich stehen die Salzburger (erstmals) in der Gruppenphase der Champions League. Ohne Dabbur, Gulbrandsen, Schlager, Wolf und Lainer verschärft dieser zusätzliche Druck aber die Lage.

CommentCreated with Sketch. zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Salzburg hat Erfahrung in Sachen Umbruch. Bisher schafften sie es immer, neue junge Spieler zu Stars zu formen. Mit den Leih-Rückkehrern (Mensah, Ashimeru, Hwang, Koita, Okugawa ...) und Top-Talenten wie Szoboszlai und Haaland im Kader sind die Bullen immer noch der große Favorit auf die heimischen Titel. In der Königsklasse wird's schwer.

Tipp: Platz eins.





Ganz so extrem wie bei Salzburg ist der Aderlass in Linz nicht. Dafür schmerzen die Abgänge von Trainer Oliver Glasner , Angreifer Joao Victor (beide Wolfsburg) und Maximilian Ullmann (Rapid) doppelt. Der LASK hat kein dichtes Netz wie Salzburg, das den Klub auffangen kann. Sollte, wie gemunkelt wird, auch noch Spielmacher Peter Michorl gehen, könnte die Landung des Vize-Meisters unsanft werden.

Auch die Oberösterreicher tanzen auf drei Hochzeiten, spielen Champions-League-Quali und selbst bei einer Niederlage zumindest in der Europa-League-Gruppenphase weiter. Das bringt Geld, macht es dem neuen Trainer Valerien Ismael aber nicht leichter. Er tritt das schwere Erbe von Glasner an. Die Fußstapfen sind vielleicht zu groß.

System und Spielanlage bleiben im Prinzip gleich. Es ist immer noch viel Qualität im Kader. Der Herbst wird hart. Spätestens im Frühjahr wird der LASK aber ohne die zusätzlichen Europacup-Spiele wieder um Platz zwei mitspielen.

Tipp: Platz drei.





Eines vorweg: Der Vizemeistertitel geht diese Saison aber nach Wien-Favoriten. Austria-Fans haben allen Grund zur Freude. Der Sommer verlief für sie blendend. Mit Christian Ilzer kam ein Trainer, der viel Schwung und Ideen mitbrachte. Der Kader scheint mit seinen Vorstellungen kompatibel zu sein.

Die Mannschaft scheint sich im 4-4-2 mit Raute von Ilzer pudelwohl zu fühlen. Die Verpflichtungen stopfen die Lücken aus dem letzten Jahr gut. Jarjue in der Innenverteidigung, Zwierschitz rechtshinten, Cavlan als Linksverteidiger, Benedikt Pichler als zusätzliche Option im Angriff. Sollte nichts Unvorhergesehenes passieren, sollte eine klare Verbesserung heuer die logische Folge sein.

Wichtig: Spielmacher und Kapitän Alexander Grünwald will endlich von Verletzungen verschont bleiben.

Tipp: Platz zwei





Auf eine recht desaströse Saison folgte eine bewegte Vorbereitung. Die Verpflichtung von Trainer Nestor El Maestro stimmt positiv. Er hat eine hervorragende Trainer-Statistik vorzuweisen und betrachtet den Fußball auf eine ganz unkonventionelle Art.

Das Problem: Er wurde von Sportdirektor Günter Kreissl nicht gerade verwöhnt. Obwohl Ende letzter Saison Fehler in der Kaderplanung eingeräumt wurden, passierte im Sommer bei Sturm noch sehr wenig. Das wirft Fragen auf.

Zumindest gingen keine Schlüsselspieler verloren. Mit Emanuel Sakic und Christoph Leitgeb wurden erfahrene Spieler geholt, die die Grazer Offensive stärken sollten. Immerhin: Wenn man viele Spiele gewinnen will, ohne Unmengen an Toren erzielen zu können, ist El Maestro gemessen an früheren Stationen der passende Mann.

Update: Nach Veröffentlichung verpflichtete Sturm am Freitag einen neuen Stürmer. Bekim Balaj kommt ablösefrei, erzielte in 265 Karriere-Matches 74 Tore. Sechs davon in 33 Länderspielen für Albanien. Er weiß also, wo das Tor steht.

Tipp: Platz sechs, hinter Wolfsberg.





Es war ein interessanter Sommer für Rapid. Zoran Barisic konnte sich zum ersten Mal als Sportdirektor in Szene setzen. Trainer Didi Kühbauer brach beim Traditionsverein mit einer Tradition der letzten Jahre, baute das System um. Weg vom 4-2-3-1 / 4-3-3, hin zu einer Dreierkette.

In der Vorbereitung und im Cup ging sein Plan auf. Das 3-5-2 verlieh zunächst viel Tempo und Offensiv-Power, wenngleich noch nicht alle Gegner der richtige Maßstab waren.

Die Transfers von Taxi Fountas und Thorsten Schick (beide ablösefrei) waren nicht spektakulär, verliehen aber Kaderbreite. Die fehlte Rapid in den letzten Saisonen. Auf den Verlust von Boli Bolingoli reagierte Barisic ideal. Mit der Verpflichtung von Maximilian Ullmann musste man kaum einen Qualitätsverlust hinnehmen und schwächte zudem einen direkten Konkurrenten.

Ein Stürmer könnte noch kommen. Der Japaner Koya Kitagawa wird gehandelt. Seine Stärken und möglichen Schwächen ließ sich "Heute" diese Woche schon von einem Japan-Experten erklären.

Die Richtung stimmt. Rapid sollte heuer nach dem enttäuschenden siebten Platz zurückschlagen können. Auch die fehlende Mehrfachbelastung durch den Europacup spielt den Hütteldorfern (wenn schon nicht finanziell) sportlich in die Karten.

Tipp: Platz vier.

So tippt "Heute"-Experte Tim Armitage die Liga

1. Salzburg

2. Austria

3. LASK

4. Rapid

5. WAC

6. Sturm

7. Altach

8. Mattersburg

9. Admira

10. Hartberg

11. Wattens

12. SKN

Wir haben den Experten auch gebeten, die Transfer-Periode der Klubs im Liga-Ranking darzustellen. Wer hat sich im Vergleich zum Vorjahr am besten verstärkt?

Die Transfer-Tabelle

1. Altach

2. WAC

3. Austria

4. LASK

5. Rapid

6. Wattens

7. Hartberg

8. Sturm

9. Salzburg

10. Mattersburg

11. Admira

12. SKN (Transfersperre)



Tim Armitage zerlegt für die Analyse-Firma "Football Radar" die Bundesliga bis ins kleinste Detail. Er verpasst seit rund sechs Jahren kein Spiel. Für "Heute" stellt der Engländer an jedem Spieltag ein Team der Runde zusammen. Natürlich auch in der kommenden Saison.

Team der Saison 2018/19



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