Für viele gehört Feuerwerk zu Silvester noch immer einfach dazu. Doch hinter dem Vergnügen steckt eine alarmierende Realität: Jedes Jahr werden in Österreich 200 bis 400 Menschen nach Pyrotechnik-Unfällen im Krankenhaus behandelt. Besonders erschreckend: Rund zwei Drittel der Verletzten sind Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene.
Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Präventionsinstitution KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit). Kurz vor dem Jahreswechsel schlagen die Experten Alarm – und warnen eindringlich vor Leichtsinn, illegaler Pyrotechnik und falscher Handhabung.
Tiefe Schnitt- und Risswunden, abgerissene Finger, Knalltraumata, schwere Augenverletzungen, offene Brüche und Verbrennungen an Händen und im Gesicht – das sind typische Verletzungen nach Böller-Unfällen. Besonders betroffen: die Hände. 78 Prozent aller Verletzungen passieren im Handbereich.
Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren stellen mit 51 Prozent die größte Gruppe der Verletzten. Rechnet man Kinder unter 14 Jahren dazu, zeigt sich ein dramatisches Bild: 66 Prozent aller Pyrotechnik-Verletzten sind unter 25 Jahre alt.
"Das heißt, dass Kinder und Jugendliche alarmierend früh mit Pyrotechnik in Kontakt kommen und sie Zugang zu Pyrotechnik haben, zu der sie vielfach keinen Zugang haben sollten. Wir müssen das Bewusstsein für die Gefahren schärfen und Händler wie Erziehungsberechtigte an ihre Sorgfaltspflicht erinnern", warnt KFV-Direktor Mag. Christian Schimanofsky.
Auffällig: 92 Prozent der Verunfallten sind männlich. Alkohol, Selbstüberschätzung und Gruppendruck spielen dabei häufig eine Rolle – ebenso wie der Griff zu besonders gefährlichen Produkten.
Ein zentrales Problem bleibt illegale Pyrotechnik. Ob aus dem Ausland mitgebracht, online bestellt oder selbst gebastelt – genau hier passieren die schwersten Unfälle. Besonders gefährlich sind selbst manipulierte oder gebastelte Feuerwerkskörper. Trotzdem geben 7 Prozent der Befragten an, schon einmal selbst Hand angelegt zu haben.
Schimanofsky warnt eindringlich: "Das eigenhändige Herstellen, Zerlegen oder Manipulieren von pyrotechnischen Gegenständen ist aus gutem Grund strikt untersagt. Wichtige Sicherheitsprüfungen fehlen hier natürlich."
93 Prozent zünden Raketen unsicher, etwa aus Flaschen oder direkt vom Boden. Neben Fehlzündungen, Blindgängern und Anwenderfehlern spielen auch Ego und Leichtsinn eine Rolle.