Der Sommer 2026 wird in Österreich als bis dato heißester der Messgeschichte eingehen. Puls24-Meteorologe Manuel Kelemen sieht die Welt in einer "neuen Klima-Ära" angekommen. Der diesjährige Sommer habe eine Zäsur dargestellt, ist der Experte überzeugt. Neben Rekord-Temperaturen hat Österreich in den vergangenen Wochen aber auch mit einer extremen Dürre zu kämpfen gehabt.
Die Dürre könnte nach Ernteausfällen in Milliardenhöhe, schwer beherrschbaren Waldbränden und extrem niedrigen Pegelständen nun ein weiteres Problem nach sich ziehen. Vor allem im östlichen Flachland fehlen heuer im Sommer laut Experten bis zu 70 Prozent des üblichen Niederschlags. Dieses enorme Defizit könne auch durch einzelne heftige Gewitter nicht ausgeglichen werden.
Kelemen spricht deshalb von einer "gewissen Sorge, dass das Ganze ins Extreme geht". Dabei erinnert der Experte an den Herbst 2024, als Österreich von einer Hochwasser-Katastrophe getroffen wurde. Ein Mitgrund für die enormen Niederschlagsmengen sei damals das außergewöhnlich warme Mittelmeer gewesen.
Und genau hier sieht Kelemen auch heuer eine Gefahr: "Das Mittelmeer ist auch heuer auf rekordwarmem Niveau. Also wenn es jetzt ganz blöd läuft, haben wir das Problem, dass wir direkt von der historischen Dürre in eine mögliche Niederschlags-Katastrophe wechseln."
Denn im Herbst steht die Wetterlage vor einer Umstellung. Diese werde kommen, betont der Experte – auch wenn derzeit noch kein entsprechendes Tiefdruckgebiet absehbar sei. Früher oder später werde sich ein Tief bilden, das enorme Niederschlagsmengen bringen könne.
Wo diese schließlich niedergehen, lässt sich derzeit nicht vorhersagen. Treffen könnte es etwa Italien, den Alpenraum oder den Balkan. Damit droht nach Monaten extremer Trockenheit womöglich das andere Extrem.