Es ist offiziell: der Sommer 2026 war der heißeste der Messgeschichte in Österreich – und diese reichen immerhin bis ins Jahr 1767 zurück. Meteorologisch endete der Rekord-Sommer, am Montag.
Puls24-Meteorologe Manuel Kelemen zieht in einem Interview mit seinem TV-Sender eine ernüchternde Bilanz. So gebe es keinen Rekordpunkt zur Temperatur, die dieser Sommer nicht aufgestellt hätte. "Wir haben vielerorts die höchste Anzahl an heißen Tagen, wir haben vielerorts die höchste Anzahl an Tropennächten, wir haben vielerorts die schwersten und längsten Hitzewellen überhaupt", so der Meteorologe. Über all diesen Hitzerekorden throne dann auch noch die nicht und nicht Dürre. "Egal wie wir es drehen und wenden, sind wir mit diesem Sommer in einer neuen Klima-Ära angelangt", stellt Kelemen schonungslos fest. Die vergangenen Monate hätten eine "Zäsur" dargestellt.
Noch 2021 veröffentlichte die damalige ZAMG, heute GeoSphere Austria, Simulationen zur künftigen Entwicklung der Hitzetage. Demnach könnten Österreichs Landeshauptstädte gegen Ende des Jahrhunderts, also um 2100 in einzelnen Jahren auf 40 bis 60 Tage mit mindestens 30 Grad kommen.
Genau diese Größenordnung sei nun bereits im Sommer 2026 in vielen Landeshauptstädten erreicht worden. "Das, was vor fünf Jahren noch für das Ende des Jahrhunderts prognostiziert wurde, haben wir mit heuer erreicht", so Kelemen. Sein Fazit: "Irre!"
Kelemen stellte den Rekordsommer dann auch noch grafisch dar. So zeigte er eine Grafik, in der die "sehr heißen Tage" – Tage an denen über 35 Grad gemessen wurden – in einigen Landeshauptstädten dargestellt werden.
Was nach einigermaßen überschaubaren Zahlen ausschaut, hat es bei näherer Betrachtung aber in sich, wie Kelemen in weiterer Folge ausführt. Die Veränderung zum langjährigen Mittel stellt sich prozentual wie folgt dar:
Die Zahlen kommentiert er speziell in Richtung jener Leute, die an wissenschaftlichen Fakten zweifeln. "Jetzt haben Sie sicher in Ihrem Umfeld besonders lustige Mitmenschen, kennen Sie sicher, die behaupten 'Ja, im Sommer muss es ja heiß sein, das hat es alles schon immer gegeben...'", setzt er an. "Schauen wir uns kurz an, wie denn diese Zahlen von einem normal heißen Sommer abweichen. In Wien ein Plus von 844 Prozent, in Linz ein Plus von über 1.000 Prozent, in Bregenz ein Plus von 1.650 Prozent. So viel zum Thema 'Des hot's ois scho immer geben...'", so der Experte.