"Selbe Ausgangslage wie 2024"

Sintflut nach Hitze-Sommer –  Meteorologen in Sorge

Das Mittelmeer ist extrem warm, die Böden sind trocken. Die Zutaten für ein verheerendes Hochwasser wie 2024 sind angerichtet.
Wetter Heute
31.08.2026, 11:53
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Nach Hitze und Dürre wächst in Österreich die Sorge vor Starkregen: Meteorologen wie Marcus Wadsak und Klimaforscher Alexander Orlik sehen Voraussetzungen wie vor dem Hochwasser im September 2024, doch die Zugbahn möglicher Tiefs bleibt unklar.

Ein heißer Sommer geht zu Ende, doch bei Meteorologen richtet sich der Blick bereits auf den Herbst. Der Grund: Das Mittelmeer ist außergewöhnlich warm, Österreichs Böden sind vielerorts trocken. Genau diese Mischung weckt Erinnerungen an die schweren Überschwemmungen im September 2024.

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"Die gleiche Ausgangslage wie damals, die Zutaten sind wieder angerichtet" – mit dieser Warnung sorgte ORF-Wetterexperte Wadsak zuletzt für Aufsehen. Die Voraussetzungen für heftige Regenfälle sind wieder vorhanden, ihr Eintreffen aber keinesfalls fix.

Extrem-Hitze im Mittelmeer

Vor zwei Jahren war ebenfalls ein sehr heißer Sommer vorausgegangen. Dann entwickelte sich ein kräftiges Italientief. Über dem Osten Österreichs sowie Teilen Tschechiens, Polens und Deutschlands regnete es tagelang. Flüsse traten über die Ufer, in Wien mussten Häuser entlang des Wienflusses geräumt werden. Fünf Menschen kamen ums Leben.

Auch heuer ist die Lage angespannt. Im Mittelmeer wurden zuletzt extreme Wassertemperaturen gemessen, teils über 30 Grad. Warmes Wasser gibt viel Feuchtigkeit an die Luft ab. Kommt im Spätsommer oder Herbst kalte Luft aus dem Norden dazu, können sich Tiefs bilden, die enorme Regenmengen Richtung Alpenraum schaufeln.

GeoSphere-Klimatologe Alexander Orlik bestätigt das Potenzial: "Mit den Konstellationen, die wir jetzt haben, kann es passieren." Gleichzeitig bremst er Panik. "Es spielen viele Faktoren mit. Wie wahrscheinlich das wirklich ist, kann man jetzt noch nicht sagen."

Entscheidend ist vor allem, wohin ein mögliches Tief zieht – und wie lange es über einer Region hängen bleibt. Zieht es rasch weiter, kann die Lage glimpflicher ausgehen. Bleibt es aber über Österreich oder dem Alpenraum liegen, steigt das Risiko für tagelangen Starkregen deutlich.

Wadsak hatte bereits zuvor betont, dass die Sorge vor dem Herbst nicht aus der Luft gegriffen ist. "Es ist angesichts der Begleitumstände fast davon auszugehen, dass es im Herbst zu massiven Regenfällen kommen wird", sagte er. Offen sei aber, ob Österreich betroffen wäre oder andere Regionen.

Godzilla-El Niño trifft Österreich kaum

Auch ORF-Kollege Sigi Fink warnte zuletzt davor, wilde Langfrist-Prognosen über einen "Jahrhundertwinter" zu glauben. Für Österreich sei nicht El Niño entscheidend, sondern vielmehr das warme Mittelmeer. Dort könnten Tiefs Energie und Wasser aufnehmen, die dann in Gewittern und Starkregen bis in den Alpenraum gelangen.

Ubimet-Meteorologe Peter Wölflingseder erklärte den Mechanismus ähnlich: Das extrem warme Mittelmeer verdunste große Wassermengen und gebe Energie an die bodennahen Luftschichten ab. Komme kalte Höhenluft dazu, könne Feuchtigkeit "wie auf einem Förderband" transportiert werden. Die genaue Zugbahn solcher Tiefs lasse sich aber noch nicht vorhersagen.

Die Einsatzkräfte haben sich auf einen neuerlichen Ernstfall vorbereitet. Nach den Erfahrungen aus 2024 wurde etwa in der Steiermark weiter aufgerüstet. Im Frühjahr wurden sechs mobile Sandsackfüllmaschinen sowie sechs zusätzliche Pumpeneinheiten für größere Wassermengen angeschafft. Eine weitere Großpumpe soll Ende September geliefert werden.

Auch der Zivilschutz setzt auf Vorbereitung in den Haushalten. Zivilschutzverband-Chef Heribert Uhl rät dazu, Lebensmittel, Wasser, Hygieneartikel und weitere Vorräte für zumindest zehn bis 14 Tage zu Hause zu haben. Wer in einem Hochwassergebiet lebt, sollte laut Uhl auch Sandsäcke lagern.

Klar ist: Aus Dürre folgt nicht automatisch Hochwasser. Doch trockene, verdichtete Böden können große Wassermengen schlechter aufnehmen. Trifft dann ein kräftiges Mittelmeertief auf Österreich, kann aus der langen Trockenheit rasch eine gefährliche Hochwasserlage werden.

Noch ist offen, ob es so kommt. Die Zutaten liegen aber bereit.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 31.08.2026, 11:55, 31.08.2026, 11:53