Italienische Archäologen haben unter der Grabeskirche in Jerusalem eine antike Bestattungslandschaft freigelegt.
Die Entdeckung umfasst unter anderem einen Garten, Felsgräber und einen alten Steinbruch. Besonders bemerkenswert: Viele Details stimmen mit den biblischen Berichten über Jesu Kreuzigung und Bestattung überein.
Bei den Ausgrabungen kamen ein aufgegebener Steinbruch, mit Erde verfüllte Flächen, landwirtschaftlich genutzte Bereiche, ein Garten sowie aus dem Fels gehauene Gräber zum Vorschein.
Grabungsleiterin Francesca Romana Stasolla von der Universität La Sapienza in Rom betonte gegenüber der 'Daily Mail': "Wir haben Hinweise auf eine Bestattungslandschaft gefunden."
Wie "20min" berichtet, begannen die Arbeiten 2022 im Zuge einer Bodensanierung der Grabeskirche und wurden 2025 abgeschlossen. Die Kirche aus dem 4. Jahrhundert steht an einem Ort, den Millionen Christen als den Schauplatz von Kreuzigung, Grab und Auferstehung Jesu verehren.
Besonders spannend ist der Nachweis eines Gartens, denn im Johannesevangelium wird ein Garten am Ort der Kreuzigung erwähnt. Stasolla erklärte: "Das Evangelium erwähnt eine grüne Fläche zwischen Golgatha und dem Grab, und wir haben diese bewirtschafteten Felder identifiziert."
Auch die Lage passt zu den biblischen Schilderungen. Der Steinbruch befand sich zur Zeit Jesu außerhalb der damaligen Stadtgrenzen Jerusalems – so, wie es im Hebräerbrief angedeutet wird. Die Forscher fanden zudem Spuren von Olivenbäumen und Weinreben, die aus der Zeit um das Jahr 33 nach Christus stammen.
Die Form der entdeckten Felsgräber ähnelt den Beschreibungen in den Evangelien von Matthäus, Markus und Lukas. Eine der Grabkammern wurde im 2. Jahrhundert durch ein römisches Bauwerk versperrt, das später im Auftrag von Kaiser Konstantin entfernt wurde, wodurch das Grab freigelegt wurde. Anschließend entstand an dieser Stelle ein christlicher Schrein.
Ein endgültiger Beweis, dass es sich tatsächlich um das Grab Jesu handelt, wurde jedoch nicht erbracht.
Stasolla betonte vielmehr: "Der wahre Schatz, den wir freilegen, ist die Geschichte der Menschen, die diesen Ort durch ihren Glauben zu dem gemacht haben, was er ist." Fest steht, dass Generationen von Gläubigen die Grabeskirche als einen der zentralen Orte ihres Glaubens betrachten.