Wo heute Autos rollen werden, marschierten vor fast 2.000 Jahren römische Legionäre: Im Zuge des Neubaus der A8 in Baden-Württemberg stießen Archäologen auf die Überreste einer antiken Römerstraße.
Die sogenannte Alblimes-Straße wurde laut dem Landesamt für Denkmalpflege im ersten Jahrhundert unter Kaiser Vespasian angelegt. Sie verband Kastelle und Siedlungen der damals neuen römischen Provinz Germania Superior.
Neben der Straße fanden die Forscher eiserne Schuhnägel und eine Bronzemünze mit dem Abbild von Kaiser Domitian, berichtet chip.de unter Berufung auf den SWR. Auch eine Bestattungsurne aus der Bronzezeit kam zum Vorschein.
Der Alblimes war keine durchgehende Mauer, sondern bestand aus Grenzkastellen, die über die Straße verbunden waren. Mehr als ein Jahrhundert lang verlief hier die Grenze zwischen dem Römischen Reich und dem damaligen Germanien.
Besonders spannend: Die Archäologen entdeckten auch Hinweise auf eine Straßenstation, an der die Römer Pferde wechselten und Fuhrwerke reparierten - praktisch eine antike Raststätte. Gräber und Hausgrundrisse aus der Bronze- und Eisenzeit sowie Spuren einer keltischen Siedlung ergänzen die Funde.
Rund zwei Drittel der vorgesehenen Fläche sind bereits untersucht. Die Grabungen laufen voraussichtlich bis Ende 2026 und sollen den Autobahnbau nicht verzögern.