Vor der kroatischen Insel Mljet haben Unterwasserarchäologen einen bedeutenden Fund gemacht: Sie entdeckten einen Goldschatz in einem byzantinischen Schiffswrack, das seit rund 1.300 Jahren auf dem Meeresgrund lag.
Das Wrack wird bereits seit 2015 vom kroatischen Institut für Konservierung erforscht.
Ende Juli meldeten die Forscher ihren bisher spektakulärsten Fund. Zu den geborgenen Schätzen zählen vier goldene Gürtelgarnituren, verziert mit Rubinen, Smaragden und Perlen, sowie Goldmünzen aus der Zeit von vier Kaisern der Heraklios-Dynastie.
Außerdem wurde ein Siegelring mit kaiserlichem Bildnis entdeckt, der vermutlich einer hochrangigen Persönlichkeit aus dem Staats- oder Militärbereich gehörte.
Wie t-online unter Berufung auf GEO berichtet, handelte es sich laut den Forschern um das bedeutendste Schiffswrack dieser Epoche.
Der Archäologe Justin Leidwanger von der Stanford University betonte, dass aus dieser Zeit nur sehr wenige Wracks bekannt seien und bisher keines vollständig ausgegraben wurde.
Neben dem Goldschatz fanden die Forscher auch zahlreiche Luxusgüter an Bord des Schiffs, darunter Amphoren, Handelswaagen, Keramikgefäße und Spielsteine aus Elfenbein.
Das kroatische Institut für Konservierung bezeichnete die Entdeckung als „beeindruckende Menge Gold“, die größte, die je bei einem Schiffswrack im Mittelmeer gefunden wurde.
Der Goldschmuck wiegt nach der Reinigung mehr als 600 Gramm.
Die Münzen datieren das Wrack auf das siebte oder achte Jahrhundert nach Christus. In dieser Zeit verband die Küste der heutigen kroatischen Adria das damalige Machtzentrum Konstantinopel mit dem Rest des Byzantinischen Reiches. Die Insel Mljet lag dabei an einer wichtigen Schifffahrtsroute.
Experten vermuten, dass das Schiff auf der Suche nach Schutz in der geschützten Bucht von Polače sank, die seit Jahrhunderten als sicherer Hafen bei schlechtem Wetter galt.