Tierische Archäologie

16 Mumien und ein Hund in ägyptischem Grab

Forscher entdecken bei Luxor ein Grab mit 16 Mumien und einem Hund. Die vermeintlich chaotische Anordnung folgt einer inneren Logik.
Heute Tierisch
25.08.2026, 08:38
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In der thebanischen Nekropole bei Luxor haben Wissenschaftler eine faszinierende Entdeckung gemacht. Das Grab TT 209, das während der 25. Dynastie für den hochrangigen Beamten Nisemro angelegt wurde, enthält eine rätselhafte Gruppenbestattung mit 16 menschlichen Mumien und einem mumifizierten Hund.

Was auf den ersten Blick wie ein ungeordnetes Durcheinander aussieht, entpuppt sich bei genauerer Analyse als durchdachtes System. Die Seitenkammer des Grabes wurde über Jahrhunderte hinweg immer wieder für neue Bestattungen genutzt.

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Wie das Wissenschaftsmagazin scinexx.de berichtet, haben Forscher der Universidad de La Laguna unter der Leitung von Dr. Jared Carballo-Pérez die Kammer mit speziellen archäothanatologischen Methoden untersucht. Dabei stellten sie fest, dass mindestens sechs der neun Bestattungsdepots eine eindeutige vertikale Überlagerung aufweisen.

Haustier, aber auch Opfergabe:

Hunde wurden teilweise bestattet und mumifiziert, und Grabinschriften deuten darauf hin, dass einzelne Tiere tatsächlich als geliebte Gefährten betrachtet wurden. Gleichzeitig muss man unterscheiden: Die riesigen Mengen mumifizierter Hunde und anderer Tiere, die Archäologen gefunden haben, waren nicht alle Haustiere. Viele wurden eigens als Votivgaben für die Götter gezüchtet und geopfert.

Hund lag auf menschlichen Mumien

Besonders auffällig ist ein Fund aus einer späteren Bestattungsphase: Ein mumifizierter Hund lag über den unteren Gliedmaßen zweier menschlicher Mumien. Ob es sich um ein geliebtes Haustier oder einen symbolischen Begleiter ins Jenseits handelt, ist noch unklar.

Im Laufe der Zeit veränderten sich die Bestattungspraktiken. Während die frühen Toten noch in Särgen bestattet wurden, fehlen bei den jüngsten Mumien solche Behälter vollständig. Trotzdem blieben die Körper sorgfältig mumifiziert und in erkennbare räumliche Beziehungen eingebunden.

Neue Sichtweise auf alte Gräber

"Was wir zeigen, bedeutet, dass zuvor als ungeordnet angesehene Bestattungsablagerungen neu interpretiert werden können", erklärt Studienleiter Dr. Jared Carballo-Pérez. Die Ergebnisse könnten die Sicht auf andere mehrfach genutzte Gräber grundlegend verändern.

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