Der Terminkalender ist voll, das Smartphone blinkt ununterbrochen und selbst nach Feierabend kreisen die Gedanken oft noch um die To-do-Liste. In einer Zeit, in der ständige Erreichbarkeit für viele zur Normalität geworden ist, gerät eines schnell in Vergessenheit: bewusst abzuschalten. Daran erinnert der Internationale Tag der Entspannung, der heute gefeiert wird – und dazu einlädt, Körper und Geist eine wohlverdiente Pause zu gönnen.
Viele Menschen verbinden Entspannung mit Faulheit oder Zeitverschwendung. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall. Erholungsphasen sind eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Körper und Gehirn leistungsfähig bleiben. Während wir entspannen, sinken Puls und Blutdruck, die Muskulatur lockert sich und der Körper baut Stresshormone wie Cortisol nach und nach ab.
Wer regelmäßig bewusst zur Ruhe kommt, kann sich oft besser konzentrieren, schläft erholsamer und fühlt sich insgesamt ausgeglichener. Auch das Risiko für stressbedingte Beschwerden wie Verspannungen, Kopfschmerzen oder Erschöpfung kann dadurch sinken.
Entspannung muss nicht bedeuten, stundenlang auf der Couch zu liegen. Oft reichen bereits zehn bis fünfzehn Minuten, um den Kopf freizubekommen. Ein Spaziergang im Grünen, ruhige Musik, bewusstes Atmen oder ein gutes Buch können helfen, den Alltag für kurze Zeit auszublenden.
Auch kleine Auszeiten zwischendurch sind wertvoll. Wer während der Arbeit regelmäßig aufsteht, kurz ans Fenster tritt oder das Handy für einige Minuten beiseitelegt, verschafft seinem Gehirn eine wichtige Pause.
Es gibt keine Methode, die für alle Menschen gleichermaßen funktioniert. Während die einen beim Yoga oder Meditieren abschalten, finden andere ihre Erholung beim Sport, im Garten oder beim Kochen. Entscheidend ist, dass die Aktivität Freude bereitet und den Gedanken eine Pause vom Alltagsstress ermöglicht.
Auch kreative Hobbys wie Malen, Fotografieren oder Musizieren können entspannend wirken. Selbst ein Gespräch mit Freunden oder Zeit mit der Familie hilft vielen dabei, neue Energie zu tanken.
Viele greifen in freien Minuten automatisch zum Handy. Doch statt echter Erholung warten dort häufig neue Nachrichten, Schlagzeilen oder Social-Media-Inhalte. Das Gehirn bleibt beschäftigt und kommt kaum zur Ruhe. Experten empfehlen deshalb, bewusst bildschirmfreie Zeiten einzuplanen. Schon eine halbe Stunde ohne Smartphone kann helfen, Stress zu reduzieren und sich wieder stärker auf den Moment zu konzentrieren.
Wer ständig unter Strom steht, hat anfangs oft Schwierigkeiten, wirklich abzuschalten. Das ist völlig normal. Entspannung ist keine angeborene Fähigkeit, sondern etwas, das sich mit der Zeit entwickeln lässt. Feste Rituale, wie ein kurzer Abendspaziergang, Atemübungen oder eine Tasse Tee ohne Ablenkung, können dabei helfen, dem Körper regelmäßig zu signalisieren: Jetzt ist Zeit zum Durchatmen.