Es gibt Menschen, die schon mit einer einzigen Nachricht den ganzen Tag besser machen. Sie hören zu, lachen mit uns, trösten in schweren Momenten und feiern unsere Erfolge, als wären es ihre eigenen. Gute Freundschaften sind weit mehr als ein schöner Teil des Lebens – sie können ein echter Schutzschild für unsere psychische Gesundheit sein.
Darauf macht der Internationale Tag der Freundschaft am 30. Juli aufmerksam: Während enge Beziehungen unser Wohlbefinden stärken, kann anhaltende Einsamkeit ernsthafte Folgen für Körper und Seele haben.
Freunde sind oft die Menschen, bei denen wir ganz wir selbst sein können. Sie geben Halt in schwierigen Zeiten, sorgen für unvergessliche Erinnerungen und vermitteln das Gefühl, nicht allein zu sein. Dabei spielt es keine Rolle, ob man sich täglich sieht oder nur gelegentlich telefoniert – entscheidend ist die emotionale Verbundenheit.
Auch wissenschaftliche Studien zeigen immer wieder: Menschen mit stabilen sozialen Beziehungen sind im Durchschnitt zufriedener, widerstandsfähiger gegenüber Stress und haben ein geringeres Risiko, an Depressionen oder Angststörungen zu erkranken. Freundschaften wirken wie ein emotionales Sicherheitsnetz, das in belastenden Lebensphasen auffängt und Kraft gibt.
Doch nicht jeder verfügt über ein stabiles soziales Umfeld. Einsamkeit bedeutet dabei weit mehr, als allein zu sein. Entscheidend ist das Gefühl, nicht dazuzugehören oder niemanden zu haben, mit dem Sorgen und Ängste geteilt werden können.
Der Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP) warnt deshalb anlässlich des Internationalen Tags der Freundschaft vor den Folgen sozialer Isolation. BÖP-Präsidentin Beate Wimmer-Puchinger betont: "Einsamkeit stellt eine ernstzunehmende Belastung für die psychische Gesundheit und unser gesellschaftliches Miteinander dar. Der Mensch ist ein soziales Wesen und braucht Beziehungen, Zugehörigkeit und persönliche Begegnungen, um seine Grundbedürfnisse zu erfüllen."
Wie verbreitet Einsamkeit ist, zeigen aktuelle Zahlen: 2025 fühlten sich rund 28 Prozent der Menschen in Österreich zumindest manchmal und 8 Prozent sogar häufig oder dauerhaft einsam. Besonders betroffen sind Frauen mit viel Betreuungsarbeit, Alleinerziehende, Frauen mit Migrationshintergrund, ältere Frauen und Frauen mit wenig Geld.
Der BÖP betont, dass Einsamkeit kein persönliches Versagen ist, sondern ein gesellschaftliches Thema. Umso wichtiger sei es, aktiv Gelegenheiten für Begegnungen zu schaffen. Ob Sportverein, Freiwilligenarbeit, Chor, Kreativkurs oder Kulturveranstaltung – überall dort, wo Menschen gemeinsam Zeit verbringen, entstehen neue Kontakte oft ganz nebenbei.
Schon kleine Schritte können einen Unterschied machen: eine Nachricht an einen alten Freund, ein gemeinsamer Kaffee oder ein offenes Gespräch mit Nachbarn. Oft reicht ein erster Impuls, um wieder mehr Nähe und Verbundenheit zu erleben.
Psychologische Unterstützungsangebote findest du auf Psychnet.
Kostenlose Kassenplätze für klinisch-psychologische Behandlung vermittelt die BÖP-Serviceplattform psyhelp.
Die BÖP-Helpline bietet gratis Unterstützung unter 01/504 8000 (Montag bis Donnerstag von 9 bis 13 Uhr).
Wenn Einsamkeit über längere Zeit belastet oder bereits die psychische Gesundheit beeinträchtigt, kann professionelle Unterstützung helfen. Psychologen begleiten Betroffene dabei, negative Denkmuster zu erkennen, soziale Kompetenzen zu stärken und wieder Vertrauen in zwischenmenschliche Beziehungen aufzubauen. Auch Gruppenangebote können das Gefühl vermitteln, nicht allein zu sein und wieder Teil einer Gemeinschaft zu werden.