Nach Diagnose von Marterbauer

"Unterdrückte Gefühle": Arzt räumt mit Krebs-Mythos auf

Krebs ist immer tödlich? Zucker "füttert" Tumore? Ein Linzer Krebsexperte räumt jetzt mit den hartnäckigsten Irrtümern rund um die Krankheit auf.
Oberösterreich Heute
13.07.2026, 22:50
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Die Krebsdiagnose von Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) sorgte am Montag für große Betroffenheit. Spätestens jetzt beschäftigt viele die Frage: Welche Gerüchte stimmen über die Krankheit eigentlich wirklich? Ein Linzer Onkologe macht den Faktencheck – und räumt mit den größten Mythen auf.

Kaum eine Krankheit ist von so vielen Halbwahrheiten umgeben wie Krebs: "Viele setzen sich erst damit auseinander, wenn sie selbst oder Angehörige betroffen sind", sagt Primar Holger Rumpold, Leiter der Hämatologie und Onkologie am Linzer Ordensklinikum Elisabethinen. Der Experte erklärt, welche Behauptungen wahr sind – und welche nicht.

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"Krebs ist immer tödlich"
Stimmt nicht. Zwar gibt es besonders aggressive Krebsarten wie Bauchspeicheldrüsenkrebs, viele andere Erkrankungen sind heute aber gut behandelbar oder sogar heilbar – etwa bestimmte Lymphome oder Brustkrebs. Entscheidend sind unter anderem das Stadium der Erkrankung und wie gut die Therapie anschlägt. Insgesamt seien Diagnose und Behandlung in den vergangenen Jahren deutlich besser geworden.
2
"Zucker füttert Krebs"
Krebszellen benötigen zwar wie alle Körperzellen Zucker als Energiequelle. Eine zuckerarme oder extrem kohlenhydratreduzierte Diät kann Krebs aber nicht bekämpfen. Im Gegenteil: Während einer Therapie könne Gewichtsverlust den Krankheitsverlauf sogar verschlechtern.

Interessant sei aber, dass in bestimmten Situationen moderat kalorienreduzierte Ernährungskonzepte die Verträglichkeit von Behandlungen verbessern können: "Das bedeutet jedoch nicht, dass eine längerfristige oder starke Kalorienreduktion sinnvoll ist." Diäten oder größere Ernährungsumstellungen während einer Krebstherapie sollten deswegen immer mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.
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"Unterdrückte Gefühle verursachen Krebs"
Auch dafür gibt es keine wissenschaftlichen Belege. Große Studien – etwa mit Kriegsveteranen – zeigten keine höhere Krebsrate trotz schwerer psychischer Belastungen. "Häufig tritt dabei der Gedanke auf, selbst an der Erkrankung schuld zu sein", betont Rumpold.

Das solle aber differenziert betrachtet werden: Zwar könne etwa Rauchen das Krebsrisiko erhöhen, die eigene Persönlichkeit oder verdrängte Gefühle seien aber keine Ursache. Eine solche Verallgemeinerung sei wissenschaftlich nicht haltbar.
4
"Operationen lassen Krebs streuen"
Diese Sorge hält sich hartnäckig – stimmt laut Experten aber in rund 99 Prozent der Fälle nicht. Zwar gebe es seltene Ausnahmen, grundsätzlich seien Operationen aber eine sichere und wichtige Standardtherapie. Studien hätten keinen Hinweis darauf gefunden, dass Eingriffe Tumorzellen im Körper verteilen.

Infos nur aus seriösen Quellen holen

Zum Schluss hat der Onkologe noch einen Appell: Weil jede Krebserkrankung anders verlaufe, sollten Betroffene Informationen nur aus seriösen und fachlich geprüften Quellen beziehen – etwa von der Österreichischen Krebshilfe, Onkopedia oder der Österreichischen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie.

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