Depressionen und Gewalt

Psychologen warnen vor Auswirkungen von Hitze

Hohe Temperaturen belasten nicht nur den Körper, sondern auch die Psyche. Studien zeigen deutliche Auswirkungen auf das seelische Wohlbefinden.
Heute Life
29.07.2026, 10:23
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Die nächste Hitzewelle rollt auf uns zu – und sie zeigt wieder einmal: Nicht nur der Körper, sondern auch die Psyche leidet unter der Hitze. Der Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP) ruft Politik, Arbeitgeber und die Bevölkerung dazu auf, die psychischen Folgen von hohen Temperaturen ernst zu nehmen.

Eine aktuelle Studie der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) hat untersucht, wie sich der Hitzesommer 2024 auf die Menschen in Österreich ausgewirkt hat. Das Ergebnis: 52 Prozent der Befragten hatten weniger Energie im Alltag, 38 Prozent fühlten sich weniger belastbar, und 31 Prozent verloren das Interesse an Dingen, die ihnen sonst Freude machen. Nur 29 Prozent sagten, sie hätten keine Veränderung ihres psychischen Wohlbefindens gespürt.

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Ernste Folgen

Hitze hat auch Auswirkungen auf die Konzentration, erschwert das Treffen von Entscheidungen und kann zu mehr Konflikten führen. Mehrere Studien belegen, dass hohe Temperaturen das Aggressionspotenzial steigern – das zeigt sich zum Beispiel an mehr Gewaltverbrechen. Die Hitze betrifft also nicht nur das eigene Wohlbefinden, sondern auch das Zusammenleben in der Gesellschaft.

Die Folgen bleiben jedoch oft nicht bei kurzfristigen Belastungen. Wenn die Hitze länger anhält, nehmen psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen und auch Alkohol- oder Substanzkonsum zu. In vielen Fällen steigen sogar die Suizidraten.

Psychologen wollen mehr Mitsprache

Der BÖP fordert deshalb, dass Psychologen aus verschiedenen Bereichen stärker in die Gesundheitspolitik eingebunden werden sollen - vor allem angesichts immer weiter steigender Hitze.

So wissen Arbeitspsychologen, wie Arbeitsplätze an hohe Temperaturen angepasst werden können, damit Beschäftigte geschützt bleiben und ihre Leistung erhalten. Umweltpsychologen beschäftigen sich mit den Auswirkungen der Umwelt auf die menschliche Psyche und können beim Umgang mit dem Klimawandel eine wichtige Rolle spielen.

Wie BÖP-Präsidentin Dr. Beate Wimmer-Puchinger betont, ist es darüber hinaus unerlässlich, die Bevölkerung für die psychischen Auswirkungen von hohen Temperaturen zu sensibilisieren.

Der BÖP rät deshalb, auf ausreichend Erholung zu achten, Warnzeichen wie Gereiztheit, Erschöpfung oder Konzentrationsprobleme ernst zu nehmen und besonders auf gefährdete Menschen zu schauen. Arbeitgeber sollten die Belastung der Beschäftigten ernst nehmen und für genügend Entlastung sorgen.

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