Tierisches Wissen

Skorpione in Österreich: Wie gefährlich sind sie?

Österreichs Skorpione sind selten, streng geschützt und ungefährlich. Neue Funde könnten das Wissen über heimische Arten erweitern.
Heute Tierisch
20.07.2026, 12:39
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In Österreich sind insgesamt drei Skorpion-Arten bekannt. Alle stehen unter strengem Naturschutz, sind gefährdet und werden nicht größer als fünf Zentimeter. Unser Land bildet das nördlichste Ende ihres Verbreitungsgebiets. Der Klimawandel hat auf die Ausbreitung der Skorpione aus dem Süden kaum Einfluss. Das liegt daran, dass Skorpione nur wenige Meter pro Jahr wandern.

"In Österreich muss man sich keine Sorgen machen", sagt Christoph Hörweg, Leiter der zoologischen Abteilung für "Wirbellose ohne Insekten" am Naturhistorischen Museum Wien. "Die Skorpione, die bei uns vorkommen, sind nicht gefährlich", erklärt Hörweg weiter. Das Gift, das sie über ihren Stachel abgeben, tut nicht mehr weh als ein Stich von einer Biene oder einer Wespe.

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Jede Skorpions-Art ist stark gefährdet

2023 hat Christian Komposch in seiner "Roten Liste gefährdeter Tiere Kärntens" die letzte große Studie über das Vorkommen der Skorpione in Österreich veröffentlicht. Darin beschreibt er die drei Arten, die bei uns vorkommen: Der Triestiner Skorpion (Euscorpius tergestinus) ist nur punktuell anzutreffen und vom Aussterben bedroht. Der Ypsilon-Alpenskorpion (Alpiscorpius ypsilon), auch Gammaskorpion oder Karawankenskorpion genannt, lebt ausschließlich im südlichen Kärnten in den Karawanken und ist stark gefährdet.

Auch der Deutsche Alpenskorpion (A. germanus) ist stark gefährdet. Er kommt von Oberkärnten bis Osttirol vor, hat aber auch isolierte Vorkommen in Nordtirol. Neue Studien aus Slowenien deuten sogar darauf hin, dass es in den Kärntner Südalpen noch weitere, bislang unentdeckte Skorpion-Arten geben könnte. "Wenn du in Österreich einen Skorpion siehst, ist das etwas ganz Besonderes", betont Hörweg.

„Wenn du in Österreich einen Skorpion siehst, ist das etwas ganz Besonderes“
Christoph HörwegZoologischer Leiter, Naturhistorisches Museum Wien

Wer einen Skorpion entdeckt, soll ihn am besten fotografieren und die Sichtung auf "naturbeobachtung" hochladen. So können die Forschenden das Vorkommen besser überwachen. Hörweg rät außerdem, sich vor Stichen zu schützen: "Nie ohne Hinschauen in Spalten oder unter Steine greifen. Diese Verhaltensregel geben wir bei Schulungen zum Umgang mit Gifttieren auch dem Österreichischen Bundesheer und der Deutschen Bundeswehr weiter", erzählt er.

Skorpione brauchen sehr viel Struktur in ihrem Lebensraum – also Steine, Blockhalden, Felsspalten, Laubstreu oder Totholz. Je abwechslungsreicher, desto besser für die Tiere. In Krems an der Donau gibt es seit dem Mittelalter eine Population des Triestiner Skorpions. Dank Citizen-Science-Projekten ist er dort mittlerweile ein kleines Naturjuwel, das von der Bevölkerung geschützt wird.

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