Tierschützer haben Plan

Letzte Hoffnung für Borneo-Nashorn vor dem Aussterben

Tierschützer wollen das letzte wilde Borneo-Nashorn einfangen, um die Art durch künstliche Befruchtung vor dem Aussterben zu bewahren.
Newsdesk Heute
19.06.2026, 18:39
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Indonesische Tierschützer wollen das letzte wildlebende Borneo-Nashorn einfangen, um die Art mit künstlicher Befruchtung vor dem Aussterben zu bewahren. Dem Weibchen Pari, das im indonesischen Teil von Borneo lebt, sollen Eizellen entnommen werden. Diese werden dann mit Samen eines ebenfalls vom Aussterben bedrohten Sumatra-Nashorns befruchtet.

Das hat der Leiter der Naturschutzbehörde in Ost-Kalimantan, Ari Wibawanto, am Freitag erklärt. Das Borneo-Nashorn ist eine Unterart vom Sumatra-Nashorn. Früher war diese Art in ganz Südostasien weit verbreitet. Mittlerweile gibt es aber auch vom Sumatra-Nashorn nur noch ein paar Dutzend Tiere.

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Fachleute hoffen, dass die beiden Nashorn-Arten eng genug verwandt sind, damit eine Kreuzung klappt. So könnte zumindest ein Teil der Erbanlagen vom Borneo-Nashorn erhalten bleiben. Neben Pari gibt es nur noch ein einziges weiteres Borneo-Nashorn: Das Weibchen Pahu lebt im Kelian-Nashornschutzgebiet in Indonesien.

Nashorn einzufangen, ist alles andere als einfach

Tierschützer haben bereits versucht, Pahu Eizellen zu entnehmen – allerdings ohne Erfolg. Pahu ist schon etwa 40 Jahre alt und hat laut Behördenleiter Ari verschiedene gesundheitliche Probleme. Jetzt ruhen alle Hoffnungen auf Pari, die auf Bildern von Kamerafallen jünger wirkt als Pahu. Ein Nashorn einzufangen, ist aber alles andere als einfach.

Im vergangenen Jahr ist ein Java-Nashorn kurz nach einer Umsiedlung gestorben, offenbar wegen schon bestehender Krankheiten. 2016 starb ein eingefangenes Sumatra-Nashorn an den Folgen einer Verletzung, die es sich zuvor in einer Wildererfalle zugezogen hatte. Auf Borneo bereitet sich das Team von Ari daher schon seit Monaten darauf vor, Pari so behutsam wie möglich einzufangen und umzusiedeln.

"Damit das Tier nicht unter Stress gerät"

Die Tierschützer haben Fallgruben ausgehoben, die sie bereits mit Rindern getestet haben. Auch der Rest des Ablaufs wurde geübt, "damit das Tier nicht unter Stress gerät", wie Ari sagt. Nach dem Einfangen soll Pari in eine eigene Einrichtung gebracht werden, wo sie vor der Eizellentnahme erst beobachtet wird. Wenn die künstliche Befruchtung im Labor klappt, wird das Nashorn-Baby wahrscheinlich von einem Leihmuttertier ausgetragen.

2024 ist es deutschen Forschern gelungen, einen durch künstliche Befruchtung erzeugten Embryo eines Südlichen Breitmaulnashorns erfolgreich in ein Nashorn einzusetzen. Laut dem Erhaltungsprogramm Biorescue unter Leitung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin könnte diese Technik auch anderen Nashorn-Arten helfen.

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