In Thailand wurde ein Mann wegen Majestätsbeleidigung zu 18 Monaten Haft verurteilt. Der 43-Jährige hatte in einer Facebook-Gruppe einen Kommentar über die Monarchie verfasst.
Die Gruppe "Royalist Marketplace" hat mehr als 2,2 Millionen Mitglieder und wurde von einem im Exil lebenden Wissenschaftler gegründet. Sie soll Diskussionen über die Monarchie ermöglichen – in der thailändischen Gesellschaft bisher ein absolutes Tabu.
Ursprünglich lautete das Urteil auf drei Jahre Haft, wurde aber wegen eines Geständnisses halbiert. Gegen eine Kaution von rund 2.657 Euro kam der Mann bis zur Berufung frei.
Das thailändische Majestätsbeleidigungsgesetz verbietet faktisch jede Kritik an König Maha Vajiralongkorn und seiner Familie. Bei Verstößen drohen bis zu 15 Jahre Gefängnis.
Kritiker werfen den Behörden vor, das Gesetz auch zur Unterdrückung freier Meinungsäußerung zu missbrauchen.
Die Facebook-Gruppe ist seit den Demokratieprotesten von 2020 und 2021 aktiv. Damals forderten Demonstrierende unter anderem eine Reform der Monarchie und des Gesetzes.
Seit 2020 wurden in Thailand insgesamt 291 Menschen wegen Majestätsbeleidigung angeklagt. Mindestens 17 Anklagen beziehen sich auf die Facebook-Gruppe "Royalist Marketplace".