Wiener leiden

Hitzefalle – bis zu 34 Grad in Senioren-Wohnungen

Die jüngste Hitzewelle hat Senioren-Wohnungen in Wien zu regelrechten Hitzefallen gemacht. Neue Messungen zeigen Temperaturen von bis zu 34 Grad.
Wien Heute
12.07.2026, 11:45
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Die jüngste Hitzewelle mit Rekordtemperaturen von bis zu 40 Grad ist vorerst überstanden – doch vor allem ältere Menschen brachte sie an ihre Belastungsgrenze. Neue Messungen von Greenpeace, der Universität für Bodenkultur (BOKU) und dem Österreichischen Seniorenrat zeigen jetzt alarmierende Werte.

In mehreren Wiener Senioren-Wohnungen wurden Temperaturen von über 30 Grad gemessen. In einer Wohnung im 2. Bezirk stieg das Thermometer sogar auf erschreckende 34,1 Grad.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Über 30 Grad in Seniorenwohnungen

Die Ergebnisse der laufenden Messreihe zeichnen ein dramatisches Bild: In sieben von zwölf untersuchten Wohnungen wurden mehr als 30 Grad gemessen. Besonders brisant: Seit dem 23. Juni sank die Temperatur in fünf Wohnungen selbst in der Nacht nicht mehr unter 27 Grad. Für ältere Menschen bedeutet das eine enorme gesundheitliche Belastung, weil dem Körper wichtige Erholungsphasen fehlen.

Marc Dengler, Klima- und Energieexperte bei Greenpeace Österreich.
Lea Scharl / Greenpeace

Die Auswertung zeigt zudem deutliche Unterschiede zwischen sanierten und unsanierten Gebäuden. Während gut gedämmte Wohnungen mit Außenjalousien die Hitze deutlich besser abhalten, staut sich die Wärme in schlecht isolierten Gebäuden über Stunden und sogar Tage.

"Hitzeschutz ist kein Luxus"

Marc Dengler, Klima- und Energieexperte bei Greenpeace Österreich, fordert deshalb rasches Handeln der Politik: "Schlecht isolierte Wohnungen sind kein persönliches Pech, sondern eine Folge verfehlter Wohnpolitik in Zeiten der Klimakrise. Wir brauchen dringend eine Sanierungsoffensive und einen gesetzlich verankerten Hitzeschutz, um die Gesundheit von Menschen, insbesondere älteren und vulnerablen Menschen zu schützen."

Auch die Interessenvertretungen der Seniorinnen und Senioren schlagen Alarm. Birgit Gerstorfer, MBA, Präsidentin des Pensionistenverbandes Österreichs, betont: "Niemand darf gezwungen sein, seine Gesundheit zu gefährden, weil die Wohnung zur Hitzefalle wird. Die Ergebnisse der Messungen machen deutlich: Hitzeschutz ist kein Luxus, Hitzeschutz ist Gesundheitsschutz und damit eine soziale Aufgabe."

Greenpeace fordert Sanierungsoffensive

Ingrid Korosec, Präsidentin des Österreichischen Seniorenbunds, warnt ebenfalls vor den Folgen der extremen Temperaturen: "Die enorme Hitze in Wohnungen wird für viele Seniorinnen und Senioren zu einem ernsthaften Gesundheitsrisiko. Gerade ältere Menschen verbringen viel Zeit zu Hause."

Greenpeace fordert angesichts der aktuellen Rekordwerte eine umfassende Sanierungsoffensive sowie massive Investitionen in thermische Gebäudesanierungen und Begrünungsmaßnahmen in den Städten. Zudem müsse ein Recht auf Hitzeschutz künftig auch gesetzlich im Mietrecht verankert werden.

{title && {title} } red, {title && {title} } 12.07.2026, 11:45
Weitere Storys
Jetzt E-Paper lesen