In der Gemeindewohnung von Anna K. (57) im 7. Stock ist es wie in einer Sauna – trotz Außenrollläden und ständig laufender Decken- und Standventilatoren. Beim "Heute"-Besuch am Freitag um 14.30 Uhr hatte es knapp 35 Grad (mit hochgefahrenen Rollläden). Am kommenden Sonntag, wenn die 40-Grad-Marke geknackt wird, kommen noch heißere Zeiten auf die Wienerin zu.
Und das, obwohl die 57-Jährige im vergangenen August Außenrollos installieren ließ: "Davor war es hier schon eine Hitzehölle. Es hatte so 50 bis 55 Grad! Ich hab' dann Decken aufgehängt und sie nass gemacht, aber das hat auch nichts geholfen", erzählt Anna K., die mit Hündin "Xena" und den Katzen "Snoopy", "Charlie", "Rocky" und "Poppy" in einer rund 56 Quadratmeter großen Zwei-Zimmer-Wohnung am Muhrhoferweg (Wien-Simmering) lebt. Die Wohnung ist sauber, die Tiere sind gepflegt.
Anmerkung: Bei großer Hitze sollte möglichst keine nasse Kleidung etc. aufgehängt werden. Die dadurch entstehende hohe Luftfeuchtigkeit lässt es noch heißer wirken und erschwert die natürliche Kühlung des Körpers durch verdunstenden Schweiß.
Der achtstöckige Gemeindebau aus den 1970er-Jahren hat eine neue Außenfassade mit Wärmedämmung bekommen – im Winter ist es jetzt gemütlich warm. Um die Kühlung des Gebäudes ist es allerdings nicht so gut bestellt, auch wenn das Stiegenhaus einen kühlen Eindruck hinterlässt. Zudem funktionierte der Aufzug vergangene Woche ab Montag für mehrere Tage nicht.
"Durch die Außenrollo und die Ventilatoren ist es jetzt in meiner Wohnung zwar besser, aber noch immer hab' ich über 30 Grad in der Wohnung", meint Anna K. Eine Klimaanlage (kann seit Mai bei Wiener Wohnen beantragt werden) kommt für die 57-Jährige nicht in Frage: "Das wären Kosten von 4.500 bis 5.000 Euro – das kann ich mir nicht leisten. Ich glaube auch nicht, dass es gehen würde." (Anm.: Anna K. hat von "Heute" kein Honorar für den Artikel oder die Fotos erhalten!)
Um der Hitze halbwegs Herr zu werden, geht Anna K. mehrmals täglich kühl duschen, dem Hund und den Katzen legt sie nasse Handtücher auf. In der Früh und spät am Abend dreht sie ihre Runden mit "Xena". Beim Besuch in der Hundezone wird der dortige Brunnen für die Abkühlung genützt: "Die Leute halten dort ihren Kopf drunter und schütten sich mit Wasser an – das mach' ich auch."
Auch bei Nachbarin Ernestine M. (79) laufen die Ventilatoren auf Hochtouren: "Bei mir hat es genauso eine Hitze wie bei Anna – ich sitz' nur beim Ventilator." Eine Klimaanlage ist bei der 79-Jährigen nicht montierbar: "Mein Balkon ist verglast – das geht nicht. Ich hab' nur die Ventilatoren, mehr geht nicht."
Die alleinstehende Pensionistin gibt zu, dass ihr die Hitze schwer zu schaffen macht: "Ich spüre es altersmäßig – ich vertrag' die Hitze nicht mehr so. Außerdem hab' ich Asthma und ein bissl mit dem Herz zu tun. In der Früh geh' ich einkaufen und dann bleib' ich zu Hause", meint Ernestine M. Auch am kommenden Sonntag bei Höchstwerten um 40 Grad geht die 79-Jährige nicht außer Haus: "So wie jeden Tag."