Wien steht vor den bislang heißesten Tagen des Jahres. Am Wochenende könnten die Temperaturen auf bis zu 40 Grad klettern – neue Rekorde sind möglich. Experten warnen vor der Belastung für den Körper und raten dazu, ausreichend zu trinken, Wohnräume kühl zu halten und körperliche Anstrengungen zu vermeiden.
Die Stadt hat deshalb ihr Angebot zum Hitzeschutz ausgebaut. Mehr als 1.800 öffentliche Trinkbrunnen, über 1.000 Parks und Grünflächen, Nebelduschen, Wasserspielplätze und insgesamt 34 sogenannte "Coole Zonen" sollen den Wienerinnen und Wienern Abkühlung verschaffen.
Besonders gefragt sind die sogenannten "Coolen Zonen". Dabei handelt es sich um frei zugängliche, betreute Räume, in denen sich Menschen ohne Konsumzwang aufhalten und abkühlen können. Aus zwei Pilotprojekten im Jahr 2023 ist mittlerweile ein stadtweites Angebot geworden.
Die frei zugänglichen Innenräume können ohne Konsumzwang genutzt werden und wurden heuer wegen des ungewöhnlich heißen Juni früher geöffnet als geplant.
Wien setzt deshalb auf ein beeindruckendes Netz öffentlicher Wasserversorgung. Mittlerweile stehen in der Stadt rund 1.800 Trinkbrunnen zur Verfügung – laut Stadt sogar mehr als in ganz Deutschland.
Allein seit 2021 wurden über 700 neue Standorte geschaffen. Im vergangenen Jahr kamen weitere 200 hinzu. Die Brunnen versorgen die Bevölkerung kostenlos mit frischem Hochquellwasser.
Neben den Trinkbrunnen sorgen auch zahlreiche weitere Einrichtungen für Abkühlung: 123 Nebelduschen und Nebelstelen, 100 Sommerspritzer, 75 mobile Sprühbrunnen („Brunnhilde“), 12 Wasserspielplätze, 132 Spielplätze mit Wasserspielen.
Aufgrund der aktuellen Hitzewelle öffnen die Familienbäder bereits früher als geplant ihre Tore. Ab 27. Juni bis zum Beginn der Sommerferien am 3. Juli können Besucherinnen und Besucher die kostenlosen Familienbäder bereits ab 10 Uhr nutzen.
Familienbäder – Alle Standorte:
Familienbad Augarten: 2., Augarten, Eingang Karl-Meißl-Straße
Familienbad Einsiedlerplatz: 5., Einsiedlerplatz 18
Familienbad Gudrunstraße: 10., Gudrunstraße, Ecke Absberggasse
Familienbad Herderplatz: 11., Herderplatz/Herderpark
Familienbad Hofferplatz: 16., Hofferplatz
Familienbad Hugo-Wolf-Park: 19., Hugo-Wolf-Park
Familienbad Reinlgasse: 14., Reinlgasse/Ecke Märzstraße
Familienbad Schweizergarten: 3., Schweizergarten/Eingang Kleistgasse
Familienbad Stammersdorf: 21., Stammersdorf, Luckenschwemmgasse/Ecke Josef-Flandorfer-Straße
Familienbad Strebersdorf: 21., Strebersdorf/Roda-Roda-Gasse
Familienbad Währinger Park: 18., Währinger Park/Eingang Semperstraße
Außerdem gibt es in Wien 38 geöffnete Bäderstandorte und 60 Kilometer frei zugängliche Badestrände. Von der Donauinsel bis zur Alten Donau locken zahlreiche frei zugängliche Badeplätze mit Liegewiesen, Sandstränden und Stegen.
Auch an der Alten Donau gibt es zahlreiche frei zugängliche Plätze mit Liegewiesen und Badestegen. Zu den bekanntesten zählt das Arbeiter*innenstrand mit seiner großen Grünfläche und naturnahen Wasserzugängen. Ebenfalls beliebt sind die Strombucht am Dampfschiffhaufen sowie die neuen Stege und Schwimmplattformen an der Oberen Alten Donau. Im Bank Austria Park lässt sich der Badeausflug sogar mit einem Spaziergang zwischen Kunstwerken verbinden.
Auch abseits der städtischen Angebote finden sich zahlreiche kühle Rückzugsorte. Dazu zählen etwa Kirchen. Viele dieser Gotteshäuser in Wien stehen tagsüber offen und bieten Gelegenheiten für eine kurze Abkühlung. Auch Museen können an Hitzetagen eine Alternative sein.
Um gesundheitliche Risiken frühzeitig zu erkennen, informiert die Wiener Landessanitätsdirektion gemeinsam mit der GeoSphere Austria über bevorstehende Hitzewellen. Zusätzlich liefert die Stadt-Wien-App aktuelle Warnungen und Wetterinformationen direkt aufs Smartphone.
Auch Grünflächen spielen eine entscheidende Rolle im Kampf gegen die Hitze. Wien verfügt über mehr als 1.000 Parks und rund 500.000 Stadtbäume. Jährlich werden bis zu 4.500 neue Bäume gepflanzt.
Die Begrünungs- und Entsiegelungsoffensive der Stadt geht auch 2026 weiter. Zahlreiche Projekte befinden sich derzeit in Umsetzung – darunter die Umgestaltung der Landstraßer Hauptstraße, der äußeren Mariahilfer Straße, des Volkertplatzes oder der Simmeringer Hauptstraße.
Besonderes Augenmerk liegt zudem auf klimafitten Bahnhofsvorplätzen. Nach dem Praterstern und dem Franz-Josefs-Bahnhof werden weitere Standorte umfassend begrünt und mit Wasserelementen ausgestattet. "Mit unserer Raus aus dem Asphalt-Offensive haben wir in den letzten Jahren bereits mehr als 340 Projekte in ganz Wien umgesetzt. Dabei wurden allein im Straßenraum und auf Plätzen rund 3.300 Bäume gepflanzt und zigtausende Quadratmeter entsiegelt", so Planungsstadträtin Ulli Sima (SPÖ).