In Griechenland sorgt das West-Nil-Virus für wachsende Sorge. Bis 12. August wurden landesweit bereits 110 Infektionen registriert. Ende Juli waren es noch 42 Fälle gewesen. Neun Menschen starben im Zusammenhang mit der Infektion. Nach Angaben der griechischen Gesundheitsbehörde EODY waren alle Verstorbenen älter als 65 Jahre.
Besonders alarmierend ist die Zahl der schweren Verläufe: Bei 81 Betroffenen griff die Erkrankung auf das zentrale Nervensystem über. EODY berichtet unter anderem von Enzephalitis, Meningitis und weiteren neurologischen Komplikationen.
Die Infektionen wurden demnach vor allem im Großraum Athen festgestellt. Das Virus ist damit längst nicht nur ein medizinisches Randthema für einzelne Regionen.
Das West-Nil-Virus wird durch Stechmücken übertragen. Eine Infektion bleibt häufig unbemerkt oder verursacht lediglich leichte Beschwerden.
Gefährlicher kann die Erkrankung für ältere Menschen und Personen mit bestimmten Vorerkrankungen werden. Bei ihnen steigt das Risiko für schwere neurologische Komplikationen deutlich.
Auch international wird die Entwicklung beobachtet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte zuletzt angesichts mehrerer Fälle von West-Nil-Fieber in Südeuropa zu erhöhter Wachsamkeit aufgerufen.
Neben Griechenland meldete auch Italien eine Häufung von Infektionen. Damit rückt das von Stechmücken übertragene Virus mitten in der Urlaubssaison stärker in den Fokus.