Die Lage in der Demokratischen Republik Kongo spitzt sich weiter zu. Von 4.381 bestätigten Ebola-Fällen endeten bislang 2.011 tödlich, teilten die kongolesischen Behörden am Dienstag mit.
Damit liegt die Sterberate bei der aktuellen Epidemie bei 45,9 Prozent. Gleichzeitig nähert sich die Zahl der Todesfälle bereits jener des bislang schwersten Ebola-Ausbruchs im Land. Zwischen 2018 und 2020 waren fast 2.300 Infizierte gestorben.
Offiziell festgestellt wurde der neue Ausbruch erst Mitte Mai. Experten gehen allerdings davon aus, dass sich das Virus zu diesem Zeitpunkt bereits seit mehreren Wochen verbreitet hatte.
Wie ernst die Situation ist, hatte bereits Sania Nishtar, Chefin des globalen Impfbündnisses Gavi, deutlich gemacht. Die Epidemie könne sich zum "größten Ausbruch überhaupt" in der Demokratischen Republik Kongo entwickeln.
Verursacht wird die aktuelle Epidemie von der sogenannten Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus. Übertragen wird Ebola durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten infizierter Personen. Eine Infektion kann schweres hämorrhagisches Fieber auslösen.
In den vergangenen 50 Jahren sind in Afrika insgesamt mehr als 15.000 Menschen an Ebola gestorben.
Angesichts der steigenden Fallzahlen suchen Experten nach Möglichkeiten, die Ausbreitung einzudämmen. Impfstoffexperten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fordern nun klinische Tests mit dem bereits existierenden Ebola-Impfstoff Ervebo.
Dieser ist zwar gegen eine andere Variante des Virus zugelassen, erste Ergebnisse deuten laut den Experten aber darauf hin, dass er auch gegen die derzeit grassierende Bundibugyo-Variante wirken könnte.
Weil Ervebo bereits Hunderttausenden Menschen verabreicht wurde und als sicher gilt, könnte bei den klinischen Tests eine Zwischenphase übersprungen werden. Parallel dazu soll die Entwicklung eines eigenen Impfstoffs gegen die Bundibugyo-Variante weitergehen.