Marcus Wadsak in Sorge

"Hoffen, dass uns DIESES Regen-Ereignis verschont"

Dürre Böden, heißes Meer: Marcus Wadsak blickt mit Sorge auf mögliche Sintflut-Unwetter im Herbst - und hofft, dass Österreich verschont bleibt.
Newsdesk Heute
12.08.2026, 15:17
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Seit Monaten fällt kaum Regen, die Böden sind ausgetrocknet. Schon jetzt zählt dieser Sommer zu den niederschlagärmsten in der österreichischen Messgeschichte. Die anhaltende Trockenheit sorgt bereits jetzt für Ernteausfälle und Milliarden-Schäden in der Landwirtschaft.

Mit großer Sorge blicken Meteorologen nun auf den Herbst: da könnte unsere Alpenrepublik ins nächste Extrem kippen. Das aufgeheizte Mittelmeer birgt Potenzial für Sintflut-Unwetter, die den September 2024 in den Schatten stellen könnten.

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"In einer wärmeren Atmosphäre wird unser Wetter extremer. Das ist einfache Physik und wirkt sich bei der Hitze ebenso aus wie bei Gewittern und Unwettern", betont ORF-Meteorologe Marcus Wadsak. Pro 1 Grad Celsius Erwärmung kann die Atmosphäre etwa 7 Prozent mehr Wasserdampf aufnehmen. An diesem Grundgesetz kommt niemand vorbei.

Die Implikationen für Europa sind enorm: Auch das Mittelmeer ist rekordheiß, vor Mallorca wurde eine Wassertemperatur von 33 Grad (!) gemessen. Hitze in der Luft, Hitze im Wasser - das Unwetterpotenzial steigert sich dadurch deutlich. Die gefürchteten Mittelmeertiefs mit ihren enormen Regenmassen (Stichwort Vb-Wetterlage) könnten dadurch noch schlimmer ausfallen.

Auf diese Möglichkeit von einem Facebook-User angesprochen, findet Wadsak klare Worte: "Irgendwann wird es irgendwo ganz viel regnen - [bleibt] zu hoffen, dass DIESES Regen-Ereignis uns verschont."

Der entscheidende Punkt: Wadsak sagt nicht, dass Österreich sicher getroffen wird. Er warnt aber vor dem Potenzial. In einer aufgeheizten Atmosphäre und über extrem warmem Meer steht deutlich mehr Energie und Feuchtigkeit für Unwetter bereit. Diese Klimawandel-Auswirkung ist schon lange bekannt: "Was wir heuer erleben, kommt nicht überraschend. All das wurde lange schon vorhergesagt", betont der ORF-Experte.

Regenmassen "wie auf einem Förderband"

Ubimet-Meteorologe Peter Wölflingseder teilt diese Sorge vor dem Herbst ebenfalls. Der Mechanismus sei klar: Das extrem warme Mittelmeer verdunste enorme Mengen Wasser und gebe Energie an die bodennahen Luftschichten ab. Komme dann kalte Höhenluft aus dem Norden dazu, könnten sich Tiefs bilden, die Feuchtigkeit "wie auf einem Förderband" mit sich führen, erklärt er auf "Heute"-Anfrage.

Wichtig bleibt aber die Unsicherheit: "Die genaue Zugbahn solcher Tiefs lässt sich aber noch nicht prognostizieren", sagt Wölflingseder. Ob so ein Tief Italien, den Balkan oder den Alpenraum trifft, ist also noch offen.

"So sicher wie das Amen im Gebet"

Ähnlich äußert sich  PULS24-Meteorologe Manuel Kelemen: "Mittelmeertiefs werden entstehen - das ist so sicher wie das Amen im Gebet", sagt er. Die große Frage sei, wen es treffe. "Über kurz oder lang wird es zu dieser Tiefdruck-Tätigkeit kommen. Und somit würde ich nicht ausschließen, dass wir eine Wiederholung des Jahrhundert,- teils Jahrtausendhochwassers im September 2024 erleben."

Laut EU-Klimadienst Copernicus war der Juni-Juli-Zeitraum in Westeuropa der wärmste seit Messbeginn, die Meeresoberflächentemperaturen außerhalb der Polarregionen erreichten im Juli einen Rekordwert, und Flussabflüsse waren in vielen trockenen Regionen deutlich bis extrem niedrig.

Für Österreich heißt das: Die Gefahr ist nicht, dass nach der Dürre automatisch ein Hochwasser kommt. Die Sorge ist, dass die Zutaten für ein extremes Ereignis bereitliegen - heiße Meere, trockene Böden, viel Feuchtigkeit und im Herbst mögliche Kaltluft aus dem Norden. Trifft ein Mittelmeertief den Alpenraum, kann aus unsere durstige Beinahe-Wüstenlandschaft rasch unter Wassermassen versinken.

{title && {title} } red, {title && {title} } 12.08.2026, 15:17