Der Sommer 2026 ist für Österreich ein Wetter-Ausnahmezustand. Seit Monaten bleibt Regen aus, die Niederschlagsdefizite wachsen gleichermaßen, wie die Grundwasserspiegel sinken. Dann noch die Hitze, die unzählige Rekorde pulverisiert hat. Am 5. August wurden 41,2 Grad in Bad Deutsch-Altenburg erreicht. Das war keine lokale Besonderheit, verbreitet wurde in der Ostregion die 40er-Marke geknackt - sogar an mehreren Tagen.
Dabei galten Temperatur von 40 Grad in unserer Alpenrepublik als absolute Ausreißer, die vor und nach dem August 2013 - und damals nur an einem Tag -, nicht wieder vorkamen. 2026 hat das völlig verändert: "Österreich erlebt einen Sommer, der in dieser Intensität bislang kaum vorstellbar war", sagt UBIMET-Meteorologe Christoph Matella.
Die Hitze sorgt allerdings nicht nur für zahlreiche Temperaturrekorde, sondern verschärft auch die regional bereits extreme Trockenheit in Österreich weiter. Besonders im Norden und Osten des Landes ist im Jahr 2026 bislang regional nur etwa die Hälfte der üblichen Niederschlagsmenge zusammengekommen. Gebietsweise fiel sogar so wenig Niederschlag wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen. Betroffen ist unter anderem auch der Raum Wiener Neustadt, wo sich in dieser Woche der Föhrenwald zum Flammen-Inferno wurde.
Die extreme Trockenheit bleibt nicht ohne Folgen: Neben Belastungen für die Landwirtschaft und Wasserversorgung ist auch die Flur- und Waldbrandgefahr regional auf einem sehr hohen Niveau. "Die Kombination aus hohen Temperaturen, anhaltender Trockenheit und ausgetrockneter Vegetation hat die Situation in den vergangenen Tagen weiter verschärft", erklärt Matella.
Das Fazit ist ein düsteres: "Wir müssen uns im Zuge des Klimawandels leider immer mehr auf solche bzw. noch heißere und extremere Sommer einstellen", konstatiert der Meteorologe. Sein Kollege Peter Wölflingseder findet dafür deutliche Worte: "Was wir diesen Sommer erleben, ist kein Zufall und kein Einzelfall mehr."
Leider reihe sich dieser Extremsommer in eine klare Entwicklung ein: "Österreich zählt zu den Ländern, in denen sich die Erwärmung überdurchschnittlich stark bemerkbar macht", sagt der Meteorologe. Immer mehr Hitzetage, mehr Tropennächten und eine zunehmende Häufung von Kurzfristextremen wie Unwettern mit sehr großen Regenmengen auf engem Raum. Dazu eine anhaltende Trockenheit im Osten des Landes, die sich Jahr für Jahr verschärft.
"Beides die Zunahme von Unwettern und die zunehmende Trockenheit im Osten, sind zwei Seiten derselben Medaille", schildert Wölflingseder. Mit den physikalischen Gesetzen lässt sich schwer verhandeln: "Eine wärmere Atmosphäre kann mehr Feuchtigkeit speichern und in kürzerer Zeit als Starkregen wieder abgeben, während sich Trockenphasen dazwischen verlängern."