Extreme Dürre in Europa

Historiker zieht Vergleich zum Katastrophen-Sommer 1540

Die Trockenheit hat die ganze Schweiz fest im Griff. Auch in den kommenden Tagen schaut es nicht nach ergiebigem Regen aus.
Newsdesk Heute
19.07.2026, 14:54
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Am Wochenende ziehen zwar immer wieder Gewitter über das Land, stellenweise kommt es dabei sogar zu heftigen Niederschlägen. Doch wie 20min.ch berichtet, bleibt die Trockenheit auch in der Schweiz weiterhin massiv. Die höchste Warnstufe gilt nach wie vor, und die Gefahr von Waldbränden ist schweizweit sehr hoch.

"Die Trockenheit ist derzeit durchaus außergewöhnlich, vor allem weil bereits der Frühling deutlich zu trocken verlief. Dadurch fehlen vielerorts die Wasserreserven im Boden", erklärt Meteorologe Peter Wick. Und weiter: "Sollte nun auch der Hochsommer weitgehend trocken bleiben und ein ebenfalls zu warmer und trockener August folgen, würden wir zunehmend in einen Bereich vorstoßen, der klimatologisch außerordentlich selten ist."

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So schlimm wie im Jahr 1540?

Klima- und Umwelthistoriker Christian Pfister spricht im Gespräch mit SRF sogar von einer Dürre, wie sie Europa seit fast 500 Jahren nicht mehr erlebt hat. Damals, im Jahr 1540, reichte die Trockenheit vom Atlantik bis nach Polen und von Norditalien bis nach Norddeutschland.

Der Wassermangel war damals besonders dramatisch: Der Schweizer Reformator Heinrich Bullinger (1504-1575) zählte im Jahr 1540 zwischen Februar und September gerade einmal sechs Regentage. "Es fehlte an Trinkwasser und Wasser für die Körperhygiene. Magen-Darm-Krankheiten griffen um sich, vor allem Kinder und Alte fielen ihnen zum Opfer", berichtet Pfister.

In den kommenden Tagen sind in den Bergen immer wieder Gewitterschauer möglich. Im Flachland hingegen bleibt ergiebiger Regen weiterhin aus. "Gewittriger Starkregen, der innerhalb kurzer Zeit fällt, eignet sich nur bedingt zur Linderung der Trockenheit. Am wirksamsten wäre länger anhaltender, gleichmäßiger Landregen", sagt Wick.

Damit ist laut Prognosen aber nicht zu rechnen. "Das Niederschlagsdefizit der vergangenen Monate ist erheblich. Zusammen mit den wiederholten Hitzeperioden braucht es mehrere Wochen mit regelmäßigen Niederschlägen, damit sich die Böden und auch die Grundwasser- und Flusspegel nachhaltig erholen können."

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