Zu wenig Regen in Wien

Parks vertrocknen – Forscher warnen vor extremer Dürre

Die anhaltende Trockenheit hinterlässt in Wien immer deutlichere Spuren. Parks sind vielerorts braun statt grün.
Wien Heute
16.07.2026, 13:10
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Die anhaltende Trockenheit macht Wien immer stärker zu schaffen. In den Parks dominieren mittlerweile braune statt grüne Wiesen, während Landwirte ihre Felder deutlich früher abernten müssen. Experten sprechen bereits von einer außergewöhnlichen Dürresituation.

Seit April fehlen in Wien rund 40 Prozent der üblichen Niederschläge. Die Folgen treffen vor allem die Landwirtschaft. Landwirt Josef Neumayr erklärt gegenüber ORF Wien: "Die Pflanze kann über die Wurzeln kein Bodenwasser mehr aufnehmen und somit setzt der Reifeprozess früher ein. Das Getreide wird früher reif, was auch die Auswirkung hat, dass das Korn kleiner ist." Je nach Getreidesorte seien die Erträge um bis zu 25 Prozent zurückgegangen.

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Forscher spricht von "extremer Dürre"

Auch in den Wiener Parkanlagen sind die Auswirkungen unübersehbar. Viele Grünflächen sind ausgetrocknet und erinnern eher an eine Steppenlandschaft als an saftige Wiesen. Klimafolgenforscher Marc Olefs warnt: "Man kann in Wien von einer extremen Dürre sogar sprechen, weil wir deutlich mehr Verdunstung als Niederschlag haben. Wir sehen das auch an der Farbe der Gräser. Dort, wo nicht bewässert wird, ist alles braun."

Nach Angaben des Experten verschärft der Klimawandel die Situation zusätzlich. "Das ist auch das Problem, das wir durch den Klimawandel in Bezug auf die Wasserverfügbarkeit haben. Nicht, dass die Niederschläge über Saisonen oder Jahre weniger werden, sondern die Verdunstung ist massiv angetrieben."

Sparmaßnahmen wieder aufgehoben

Um Wasser zu sparen, hatte die Stadt Wien Anfang Juli die Bewässerung öffentlicher Grünflächen vorübergehend eingeschränkt. Während der Hitzewelle war der Wasserverbrauch zeitweise um fast 50 Prozent gestiegen, gleichzeitig standen einzelne Quellen nicht zur Verfügung. Inzwischen wurden die Sparmaßnahmen wieder aufgehoben.

Für die Zukunft sieht Olefs dennoch Handlungsbedarf. "Wir müssen gezielte, effiziente Bewässerungsmaßnahmen im Bereich der Landwirtschaft setzen, aber auch nachhaltige Bewirtschaftungsstrategien umsetzen, die den Wasserrückhalt fördern und die Reserven aufstocken", so der Forscher im ORF-Gespräch. Zwar verfüge Wien dank der Hochquellenleitung über eine vergleichsweise gute Wasserversorgung und die Speicher würden erweitert, dennoch gelte: "Nichtsdestotrotz müssen wir punktuell schauen, dass wir keine Probleme bekommen."

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