Ein Wien-Urlaub endete für niederländische Touristen mit einer teuren Überraschung am Wiener Naschmarkt. Gemeinsam mit seiner Frau und dem einjährigen Sohn hatte ein Holländer ein paar Tage in Wien verbracht. "Wir haben die Stadt wirklich geliebt und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sehr genossen", schreibt er.
Am letzten Urlaubstag schaute die Familie am Naschmarkt vorbei, flanierte dort durch die Stände. Zuerst kauften sie ein paar Gewürze und Souvenirs. Danach wollten die Urlauber noch Türkischen Honig als Geschenk für den Schwiegervater zu Hause in den Niederlanden besorgen.
Der Besuch an dem Stand wurde unvergesslich – und hinterließ ein größeres Loch im Börserl. "Meine Frau bestellte vier Sorten, jeweils etwa 100 Gramm. Ich dachte also, wir landen bei circa 25 Euro. Der Verkäufer fragte, ob es etwas mehr sein darf – meine Frau sagte ja, da es ja ein Geschenk war."
Der Standler am Naschmarkt habe sehr schnell gesprochen, er habe nicht viel davon verstanden, weil er nicht gut Deutsch spreche, so der Urlauber. "Dann hat er uns noch gesalzene Nüsse angeboten, die gut geschmeckt haben, also haben wir auch davon etwas genommen", so der Niederländer. "Außerdem bot er an, alles für die Heimfahrt vakuumzuverpacken – das klang sinnvoll, also habe ich zugestimmt."
Der Verkäufer habe das Sackerl in einem seltsamen Winkel gehalten und ihm so beim Einpacken die Sicht darauf verstellt. Beim Bezahlen gab es dann eine große Überraschung. Auf der Rechnung standen zwei Kilo Nüsse und vier Kilo Türkischer Honig – Gesamtpreis: 330 Euro.
Die Familie reklamierte und erklärte, sie habe eigentlich nur rund ein halbes Kilogramm kaufen wollen. Wie daraus fast vier Kilogramm Türkischer Honig geworden seien, sei für sie nicht nachvollziehbar gewesen. Der Verkäufer habe darauf verwiesen, dass seine Frau größeren Mengen zugestimmt habe. "Aber sicher nicht in dieser Größenordnung", schreibt der Tourist auf der Plattform reddit.
Schließlich einigten sich beide Seiten darauf, die Nüsse nicht zu kaufen und rund drei Kilogramm Türkischer Honig mitzunehmen. Am Ende bezahlte die Familie 150 Euro. "Im Nachhinein denke ich, ich hätte einfach gehen sollen." Die 150 Euro seien für ihn ein "Lehrgeld" gewesen. "Ist der Naschmarkt eigentlich eine Touristenfalle?", fragt er sich nun.
Dem zuständigen Marktamt der Stadt Wien sind mehrere solche Fälle von "schwarzen Schafen" am Naschmarkt bekannt. Ein Verkäufer sei mittlerweile aber nicht mehr am Naschmarkt tätig. Die meisten Stände am Naschmarkt arbeiten aber völlig korrekt.
"Beim Abwiegen genau auf die Waage sehen", rät Sprecher Alexander Hengl. "Wenn die Preisauszeichnung stimmt, können sie verlangen, was sie wollen", erklärt er. Bei Abzocke-Verdacht sollte man nicht bezahlen, sondern vom Kauf zurücktreten und gehen – oder die Polizei rufen. Denn das Marktamt kann nur kontrollieren, nicht aber strafen.