Wien ist für seine hohe Lebensqualität bekannt. Neben Gemeindebauten, Parks und Kultur hebt die renommierte US-Zeitung "New York Times" nun ein weiteres Aushängeschild hervor: die zahlreichen Freibäder der Stadt.
Unter dem Titel "An Insider's Guide to 6 of Vienna's Splendid Public Pools" stellt die renommierte US-Zeitung fünf öffentliche Bäder in Wien und das Thermalbad Vöslau (NÖ) vor, wie die "Presse" als erstes berichtete.
Ob man Bahnen schwimmen oder lieber unter mächtigen Linden im Schatten entspannen möchte – die ausgewählten Anlagen seien der perfekte Ort, um der Sommerhitze zu entkommen, schwärmt die US-Zeitung.
Viele der rund 100 Jahre alten Freibäder seien weit mehr als reine Sportstätten. Für viele Wiener sind sie im Sommer Rückzugsorte zum Sonnen, Lesen oder für einen Radler im Gastgarten. Die Saison dauert üblicherweise von Anfang Mai bis Mitte September, der Tageseintritt für Erwachsene kostet rund acht Euro, wird berichtet.
Besonders lobt die "New York Times" das Kongreßbad in Ottakring. Die 1928 eröffnete Anlage galt damals als hochmodern und war Austragungsort der österreichischen Olympia-Qualifikation im Schwimmen.
Heute gibt es neben einem 50-Meter-Sportbecken auch ein Freizeitbecken. Wer Hunger bekommt, sollte laut Zeitung unbedingt Langos probieren – der intensive Knoblauchduft gehöre für viele Wiener einfach zum Sommer dazu.
Als Freibad der "gehobenen Bourgeoisie" beschreibt die Zeitung das Krapfenwaldbad in Döbling. Von dort bietet sich ein spektakulärer Blick über Wien und die Weinberge. Die Besucher seien eine Mischung aus älteren Stammgästen, Familien und schönen Menschen, die "wie Romy Schneider und Alain Delon in 'La Piscine'" entspannt den Tag verbringen. Das Bad wurde bereits 1923 eröffnet und hat bis heute seinen historischen Charme bewahrt.
Auch das Gänsehäufel (Donaustadt) darf in der Auswahl nicht fehlen – es wird in der Zeitung als "Lido der Hiergebliebenen" bezeichnet – also als Strandbad für alle, die im Sommer nicht verreisen. Kiesstrände, Bäckerei, Eissalon, Trafik und Boccia-Plätze sorgten laut Bericht für echtes Mittelmeer-Flair. Dazu kommen ein Wellenbad, ein Kletterpark und sogar ein eigener FKK-Bereich mit Strand und Restaurant.
Ebenfalls empfohlen wird das Schafbergbad in Währing. Sein Highlight ist mit rund 102 Metern die längste Wasserrutsche Wiens. Von der Plattform eröffnet sich laut "New York Times" ein beeindruckender Blick über die Stadt – bevor es rasant nach unten geht.
Sportliche kommen hingegen im Stadionbad (Leopoldstadt) auf ihre Kosten. Die Anlage beim Ernst-Happel-Stadion wurde 1931 für die Arbeiterolympiade eröffnet und verfügt heute über zwei 50-Meter-Becken sowie ein Sprungbecken. Das Bad sei damit ein Paradies für Schwimmer, so das Fazit der "New York Times".