AK-Jugendmonitor

Studie – Jeder dritte junge Mensch hat Geldsorgen

Jeder dritte junge Mensch kommt finanziell nicht über die Runden, die Mittel für laufende Ausgaben fehlen. Das zeigt der neue Jugendmonitor der AK.
Wien Heute
15.07.2026, 11:28
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Die Folgen der Teuerung sind für viele junge Menschen in Österreich weiter deutlich spürbar. Das zeigt der zweite Jugendmonitor der Arbeiterkammer Wien (AK). Vor allem zwischen jungen Menschen mit niedrigen und hohen Einkommen gehen die Lebensrealitäten stark auseinander.

Junge Leute sparen beim Einkauf

Für die Studie wurden zwischen Februar und März 1.500 Menschen im Alter von 16 bis 29 Jahren befragt. Das Ergebnis: Rund 30 Prozent kommen finanziell gut über die Runden, bei den mittleren 40 Prozent reicht das Einkommen gerade aus. Die untersten 30 Prozent schaffen es laut Studie hingegen nicht, ihre Ausgaben ausreichend zu decken.

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Besonders häufig wird beim täglichen Leben gespart. Fast jeder zweite Befragte gab an, in den vergangenen zwölf Monaten beim Einkauf (47 Prozent) oder beim Urlaub (44 Prozent) Einsparungen vorgenommen zu haben. Vier von zehn mussten ihre Ersparnisse angreifen. Rund ein Drittel schränkte sich beim Fortgehen ein, arbeitete zusätzlich oder konnte sich Freizeitaktivitäten nicht leisten. 18 Prozent überzogen ihr Konto.

Nur 38 Prozent sehen Zukunft positiv

Große Unterschiede zeigen sich auch bei den Bildungschancen. Unter den einkommensschwächsten jungen Menschen konnten 44 Prozent eine Aus- oder Weiterbildung wegen ihrer finanziellen Situation gar nicht erst beginnen oder mussten sie abbrechen. Über alle Einkommensgruppen hinweg lag dieser Wert bei 19 Prozent, im einkommensstärksten Drittel lediglich bei zwei Prozent.

Auch der Blick in die Zukunft hängt laut Studie stark vom Einkommen ab. Während im untersten Einkommensdrittel nur 38 Prozent ihrer persönlichen Zukunft optimistisch entgegensehen, sind es im obersten Drittel 82 Prozent. Noch pessimistischer fällt die Einschätzung zur Zukunft Österreichs aus.

Jugendliche wollen sich stärker einbringen

Studienautorin Martina Zandonella sieht gegenüber dem ORF vor allem einen Faktor als entscheidend: Zwischen der allgemeinen Lebenszufriedenheit und den finanziellen Möglichkeiten gebe es "den bei weitem stärksten Zusammenhang". Weniger Einfluss hätten Geschlecht, Wohnort oder Migrationshintergrund.

Die Studie zeigt außerdem, dass sich viele junge Menschen stärker einbringen wollen. Entgegen dem häufig geäußerten Vorwurf mangelnden Interesses wünschen sich 72 Prozent mehr Möglichkeiten zur gesellschaftlichen Beteiligung. Rund die Hälfte engagiert sich bereits in Vereinen oder Interessenvertretungen.

Gewerkschaft fordert mehr leistbaren Wohnraum

Aus den Ergebnissen leitet die AK Forderungen nach Maßnahmen in der Bildungs-, Arbeitsmarkt- und Wohnpolitik ab. Bereichsleiterin Ilkim Erdost bezeichnete die seit April geltende Mietpreisbremse als "ein erster Schritt" und sprach sich für ein einheitliches Mietrecht sowie das Ende befristeter Mietverträge aus.

Auch die Österreichische Gewerkschaftsjugend fordert mehr leistbaren Wohnraum, fair bezahlte Lehrstellen und eine stärkere Einbindung junger Menschen. Die Volkshilfe zeigte sich angesichts der Ergebnisse besorgt und erneuerte ihre Forderung nach einer Kindergrundsicherung. "Zuversicht darf keine soziale Frage sein", erklärte Direktor Erich Fenninger. Auch aus der Politik kamen Reaktionen: Während die SPÖ auf bereits umgesetzte Maßnahmen gegen die Teuerung verwies, machte die FPÖ die Schuldenpolitik der Regierung für die Ergebnisse verantwortlich.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 15.07.2026, 11:31, 15.07.2026, 11:28