Plus 6 Prozent

831 Suspendierungen! Gewalt an Wiens Schulen steigt

Die Zahl der Suspendierungen an Wiens Schulen steigt. Im vergangenen Schuljahr wurden 831 ausgesprochen, sechs Prozent mehr als im Jahr davor.
Wien Heute
14.07.2026, 21:54
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Im Schuljahr 2025/26 wurden an den Wiener Schulen insgesamt 831 Suspendierungen ausgesprochen. Diese betrafen 718 Schülerinnen und Schüler, da Mehrfachsuspendierungen gesondert erfasst werden.

Bei rund 257.300 Schülern in Wien entspricht das einer Suspendierungsquote von 0,28 Prozent. Im Schuljahr 2024/25 wurden insgesamt 784 Schüler und Schülerinnen suspendiert – das entspricht einer Steigerung um sechs Prozent. 87,5 Prozent der Betroffenen wurden im vergangenen Schuljahr nur einmal suspendiert, 12,5 Prozent – also jeder Achte – waren von Mehrfachsuspendierungen betroffen.

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Körperliche Gewalt und Drohungen

Am häufigsten nannten die Schulleitungen körperliche Übergriffe, gefährliche Drohungen und verbale Übergriffe als Suspendierungsgründe. In 232 Fällen wurde zusätzlich Anzeige erstattet – das entspricht rund 28 Prozent aller Suspendierungen.

Besonders hoch war die Suspendierungsquote an Sonderschulen (2,0 Prozent) und Mittelschulen (1,3 Prozent). 83 Prozent der suspendierten Schülerinnen und Schüler waren männlich.

Beratungslehrer betreuen Jugendliche

Bildungsdirektorin Elisabeth Fuchs betont: "Jede Suspendierung ist eine zu viel. Die aktuellen Zahlen zeigen jedoch auch, dass Suspendierungen trotz steigender Schüler/innenzahl weiterhin nur einen kleinen Teil aller Schülerinnen und Schüler betreffen."

Seit Oktober 2025 bietet die Bildungsdirektion Wien ein eigenes Begleitprogramm für suspendierte Schülerinnen und Schüler an. Beratungslehrpersonen betreuen die Jugendlichen derzeit an sieben Standorten. Zusätzlich gibt es freiwilligen Online-Unterricht, damit sie während der Suspendierung den Anschluss an den Unterricht nicht verlieren. Ab Herbst 2026 soll dieses Modell österreichweit verpflichtend werden.

Suspendierungen steigen seit 2017

Die Suspendierungszahlen sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Im Schuljahr 2023/24 wurden 756 Suspendierungen, im Jahr davor 814 verzeichnet. Vor der Corona-Pandemie lagen die Werte deutlich niedriger: 278 suspendierte Schülerinnen und Schüler im Schuljahr 2017/18 und 334 im Schuljahr 2018/19.

Eine Suspendierung ist derzeit die schärfste schulische Maßnahme gegen gewalttätige Schülerinnen und Schüler. Sie können für bis zu vier Wochen vom Unterricht ausgeschlossen werden, wenn sie Mitschüler oder Lehrkräfte dauerhaft gefährden.

Auch Zahl der Gewaltdelikte steigt

Auch die Zahl der angezeigten Gewaltdelikte an Wiener Schulen zeigt die Entwicklung: 632 Delikte wurden laut LPD Wien im Jahr 2024 gemeldet, 706 waren es bereits 2025 (insgesamt an Schulen und Bildungseinrichtungen) – mehr als doppelt so viele wie 2015 mit 296 Anzeigen. Den Großteil machten 2024 Körperverletzungen (552 Fälle) aus.

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