Das Geburtshaus von Franz Schubert in der Nußdorfer Straße 54 (Wien-Alsergrund) wird umfassend saniert und modernisiert. Am Mittwoch präsentierten die Stadt Wien, das Wien Museum und die Planer die Umbaupläne sowie das Konzept für die neue Dauerausstellung.
Anlass ist der 200. Todestag des Komponisten im Jahr 2028. Das denkmalgeschützte Gebäude zählt zu den wenigen erhaltenen Vorstadthäusern aus Schuberts Zeit und gilt als bedeutendes kulturhistorisches Zeugnis. Für die Stadt hat das Projekt besondere Bedeutung, denn anders als Mozart, Beethoven, Haydn oder Bruckner war Schubert gebürtiger Wiener.
Er wurde 1797 in dem Haus als neuntes Kind seiner Familie geboren und verbrachte dort seine ersten vier Lebensjahre. Die neue Dauerausstellung wird sich im Obergeschoß auf rund 210 Quadratmetern – und damit auf doppelt so viel Fläche wie bisher – über sieben Räume erstrecken. Im Mittelpunkt stehen Schuberts Leben, sein Werk und das Wien zwischen 1800 und 1830.
Gezeigt werden unter anderem persönliche Gegenstände wie Schuberts Brille oder sein Sterbekreuz, dazu Möbel, historische Dokumente, Gemälde und Hörstationen. Ein weiterer Ausstellungsbereich lädt Besucher dazu ein, Schuberts Kompositionen neu zu entdecken.
Im Erdgeschoß entstehen eine Kassa mit Shop, neue Sanitäranlagen, ein Musikatelier für Vermittlungsprogramme sowie ein Konzertsaal mit 70 Sitzplätzen. Außerdem wird das Haus mit einem Lift barrierefrei erschlossen, die gesamte Haus- und Elektrotechnik erneuert und Umbauten aus den 1960er-Jahren zurückgebaut.
"Das Haus wird nach dem Umbau wieder mehr aussehen, wie es ursprünglich war", sagte Wien-Museums-Finanzdirektorin Christina Schwarz bei der Präsentation. Auch der Garten wird neugestaltet und künftig während der Öffnungszeiten dauerhaft für die Öffentlichkeit zugänglich sein.
Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) betont die Bedeutung des Projekts: "Mit der umfassenden Sanierung seines Geburtshauses bewahren wir nicht nur Schuberts Erbe, sondern machen Wiens Musikgeschichte neu erlebbar."
Mit Blick auf die angespannte Budgetlage erklärte die Kulturstadträtin außerdem: "In den jetzigen finanziellen Rahmenbedingungen müssen wir völlig anders agieren, als das beim Strauss-Jahr der Fall war." Auch Wien-Museums-Direktor Matti Bunzl zeigt sich erfreut: "Trotz Krise bauen wir – und das mit ganzem Herzen."
Die Finanzierung der Sanierung und der neuen Dauerausstellung übernimmt überwiegend das Wien Museum, die Stadt Wien beteiligt sich als Gebäudeeigentümer an einzelnen Gewerken. Über die Kosten wurde keine Auskunft gegeben, da die Ausschreibung noch läuft.
Seit heurigem März ist das Geburtshaus aufgrund von vorgezogenen Arbeiten geschlossen, die tatsächliche Sanierung startet allerdings erst ab Jänner 2027. Die Wiedereröffnung ist dann für Anfang 2028 geplant.
Das Wien Museum musste zuletzt aufgrund von Einsparungsmaßnahmen mehrere Standorte schließen bzw. die Öffnungszeiten einschränken. So wurde mit 1. Jänner 2026 Schuberts Sterbewohnung und ab 2. März das Haydnhaus, die Johann-Strauss-Wohnung und der Neidhart-Festsaal geschlossen.
Verkürzte Saisonöffnungen gelten heuer zudem für die Hermesvilla, die Otto-Wagner-Kirche Steinhof, den Otto-Wagner-Hofpavillon Hietzing und den Otto-Wagner-Pavillon Karlsplatz. Auch das Pratermuseum wird ab Herbst auf Saisonbetrieb umgestellt und schließt am 31. Oktober.