Kühlung endlich erlaubt

"War die Hölle" – 1. Gemeindebau-Mieter hat Klimaanlage

Marko A. (56) hatte bis zu 33 Grad in seiner Gemeindewohnung. Nun ist der Kampf gegen die Hitze vorbei. Seit Mitte Juni hat er eine Klimaanlage.
Christine Ziechert
16.07.2026, 05:35
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Für Marko A. (56) aus Wien-Brigittenau waren die Sommer in seiner Gemeindewohnung eine Qual – jetzt gibt es endlich eine Lösung. Der Trockenbauer lebt seit 14 Jahren in einer 88 Quadratmeter großen Drei-Zimmer-Wohnung in der Dammstraße. Ab Mittag scheint die Sonne direkt ins Wohnzimmer – bis zum Abend.

"Steigen die Temperaturen draußen an, hatte es bei uns schnell 33 oder 34 Grad. Es war die Hölle", erzählt der Wiener. "Wenn ich am Abend von der Arbeit heimgekommen bin, hat mich wieder Hitze erwartet." Auch Familienhund "Mili", ein fünfjähriger Shih Tzu, litt unter den hohen Temperaturen. "Er lag ganz erschöpft auf der Couch."

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Tipp von Hausbesorgerin brachte Lösung

Gemeinsam mit seiner Frau spielte Marko A. sogar mit dem Gedanken, die Wohnung aufzugeben – nicht nur, aber auch wegen der Hitze und weil beide Töchter bereits ausgezogen sind. Die große Wohnung und die Hitze wurden zunehmend zur Belastung. Doch dann kam die Wende: Seit Mitte Mai erlaubt Wiener Wohnen unter bestimmten Voraussetzungen den Einbau von Split-Klimaanlagen in Gemeindebauten.

"Unsere Hausbesorgerin Doris hat mich darauf aufmerksam gemacht, sonst hätte ich das nie erfahren", erzählt der 56-Jährige. "Ich habe am 28. Mai den Antrag gestellt und schon am 9. Juni die Bewilligung bekommen."

Installation schon drei Tage nach Genehmigung

Der Wiener hatte großes Glück: Noch vor der ersten großen Hitzewelle ab Mitte Juni mit bis zu 40 Grad wurde die Anlage montiert. "Am 12. Juni wurde die Klimaanlage schon eingebaut. Ich war zum Glück einer der Ersten, das Gerät war noch lagernd. Der Monteur hat das innerhalb von drei Stunden erledigt – ruckzuck."

Für Anschaffung und Montage bezahlte das Ehepaar rund 4.500 Euro. Dazu kamen etwa 80 Euro Bearbeitungsgebühr für Wiener Wohnen. Die notwendigen Unterlagen (Merkblatt) wurden direkt vom Installationsbetrieb ausgefüllt.

"Das ist ein ganz neues Leben"

Seit dem Einbau herrschen im Wohnzimmer angenehme 23 bis 25 Grad: "Wenn wir die Klimaanlage den ganzen Tag laufen haben, dann kühlt es sogar bis in unser Schlafzimmer hinüber. Das ist jetzt wirklich ein ganz neues Leben. Für uns war es die beste Lösung", sagt Marko A. Denn: Mobile Klimageräte würden nur begrenzt kühlen, Außenrollos brächten "vielleicht zwei Grad weniger".

Das Außengerät der Klimaanlage wurde am Balkon (geht in den ruhigen Innenhof) montiert und sei kaum zu hören. Laut Installations-Firma liegen die Schallimmissionen bei 18 Dezibel am Tag, 16 Dezibel am Abend und 35 Dezibel in der Nacht. Sollte das Ehepaar eines Tages ausziehen, kann die Anlage entweder mitgenommen oder in der Wohnung belassen werden. "Dann geht sie in den Besitz von Wiener Wohnen über", erklärt ein Sprecher.

Einbau unter bestimmten Voraussetzungen

Während Klimaanlagen in Gemeindebauten bisher – abgesehen von wenigen Ausnahmen – praktisch nicht genehmigt wurden, hat Wiener Wohnen die Regeln Mitte Mai wesentlich gelockert. Erlaubt sind nun Split-Klimageräte mit Innen- und Außeneinheit, allerdings nur nach vorheriger Genehmigung und unter Einhaltung technischer sowie baulicher Vorgaben.

Das Außengerät wurde am Balkon montiert – das freut auch Shih Tzu "Mili".
Sabine Hertel

Je nach Standort können auch zusätzliche Bewilligungen, etwa durch den Denkmalschutz oder die MA 19 (Architektur und Stadtgestaltung), notwendig sein. Die Außengeräte sollen möglichst nicht von der Straße aus sichtbar sein und werden daher bevorzugt auf Balkonen, Loggien oder Dachflächen montiert. Außerdem gelten strenge Lärmvorgaben (55 Dezibel am Tag, 50 am Abend und 45 in der Nacht).

658 Ansuchen seit Mitte Mai

Sämtliche Kosten – von der Anschaffung über den Einbau bis hin zu Wartung, Stromverbrauch und einem möglichen Rückbau – müssen die Mieter selbst tragen. Das Interesse an der neuen Regelung ist riesig.

Mitte Mai lockerte Wohnbau-Stadträtin Elke Hanel-Torsch die Regelungen für Klimaanlagen im Gemeindebau.
Stadt Wien/Martin Votava

Insgesamt sind bisher 658 Ansuchen (Stand: 9. Juli) bei Wiener Wohnen eingelangt. Davon wurden 79 Anträge bewilligt, 87 abgelehnt, 412 Ansuchen gehemmt – etwa weil Unterlagen fehlen oder noch Abklärungen laufen – und 80 Anträge befinden sich derzeit noch in Bearbeitung.

Starke Nachfrage in Außenbezirken

Wie lange das Verfahren dauert, hängt laut Wiener Wohnen vor allem davon ab, ob alle erforderlichen Unterlagen vollständig eingereicht werden. Intern ist für die Bearbeitung eine maximale Dauer von 21 Tagen vorgesehen, die häufig auch unterschritten werde. Besonders viele Anfragen kommen aus den Flächenbezirken. An der Spitze liegen Donaustadt und Floridsdorf, gefolgt von Landstraße, Leopoldstadt, Favoriten und Liesing.

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