Rund einen Monat nach der Lockerung der Regeln für Klimaanlagen in Gemeindebauten zieht Wiener Wohnen eine erste Bilanz. Demnach sind bisher etwa 122 Anfragen beziehungsweise erste Ansuchen eingegangen.
Wie berichtet, wurden bereits 20 Klimaanlagen genehmigt, rund 80 weitere Anträge befinden sich aktuell in Bearbeitung. Die neue Regelung gilt seit Mitte Mai. Sie war als Reaktion auf die zunehmende Belastung durch Hitzeperioden angekündigt worden. Für den Einbau einer Split-Klimaanlage ist eine Genehmigung von Wiener Wohnen erforderlich.
Wie Wiener Wohnen betont, besteht ein Unterschied zwischen einer ersten Anfrage und einem formalen Antrag. Ein offizieller Antrag liegt erst vor, wenn sämtliche erforderlichen Unterlagen eingereicht wurden.
Dafür müssen Antragsteller gemeinsam mit einer Fachfirma ein Merkblatt ausfüllen. Dieses enthält die technischen, baulichen und rechtlichen Voraussetzungen für den Einbau – wie etwa Schallemissionen: So gelten etwa für städtisches Wohngebiet 55 Dezibel am Tag, 50 Dezibel am Abend und 45 Dezibel in der Nacht.
Bei der Montage ist zudem darauf zu achten, dass Außengeräte möglichst nicht von der Straße aus sichtbar sind, etwa durch eine Installation auf Balkonen, Loggien oder Dachflächen. Straßenseitige Montagen sind nur in Ausnahmefällen und mit einer zusätzlichen Genehmigung der zuständigen Stadtstellen zulässig – "Heute" berichtete.
Bisher wurden laut Wiener Wohnen nur zwei Ansuchen abgelehnt – also rund 10 Prozent der erledigten Anträge. In einem Fall stand eine Sanierung der Wohnhausanlage bevor, im anderen wurden technische Vorgaben nicht eingehalten.
In rund 130 Fällen wurde das erforderliche Merkblatt bereits an Interessierte übermittelt. Die vollständigen Unterlagen für eine formale Antragstellung liegen dort jedoch noch nicht vor, weshalb diese Fälle bisher nicht geprüft werden konnten.
Die Dauer der Bearbeitung hängt laut Wiener Wohnen vor allem davon ab, ob alle notwendigen Unterlagen vollständig eingereicht wurden. Zusätzliche Abstimmungen, etwa mit der Magistratsabteilung 19 (Architektur und Stadtgestaltung) oder dem Bundesdenkmalamt, können das Verfahren verlängern.
Intern sei für die Bearbeitung eine maximale Dauer von 21 Tagen vorgesehen, die häufig auch unterschritten werde, heißt es. Besonders viele Rückmeldungen kommen derzeit aus den Flächenbezirken. Die meisten Anfragen verzeichnet Wiener Wohnen in der Donaustadt und in Floridsdorf. Dahinter folgen unter anderem die Bezirke Landstraße, Leopoldstadt, Favoriten und Liesing. Das entspreche auch der Verteilung der Gemeindebauten in Wien.
Das erste Fazit nach einem Monat falle positiv aus, teilte Wiener Wohnen mit. Das neue Angebot werde gut angenommen. Gleichzeitig zeige sich, dass der geregelte Ablauf von der Planung bis zur vollständigen Antragstellung ein kontinuierliches und gut bewältigbares Antragsaufkommen ermögliche.