Ernte im Murtal dezimiert

"So schlimm war's noch nie!" – Dürre trifft Bauern hart

Hitze und Trockenheit setzen den Bauern im Murtal massiv zu. Bei Mais, Erdäpfeln und anderen Kulturen drohen schwere Ausfälle.
Newsdesk Heute
18.07.2026, 18:26
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Karl Grantner steht auf einem Maisacker in Möbersdorf südlich von Spielberg und blickt über seine Felder. Eigentlich müssten sich die Pflanzen zu dieser Jahreszeit meterhoch im Wind wiegen. Doch viele Maispflanzen ragen gerade einmal 1,60 Meter aus dem ausgedörrten Boden.

"Eigentlich müsste der Mais zwei bis drei Meter hoch sein", erklärt der Landwirt der "Kleinen Zeitung". Die anhaltende Trockenheit hat die Landwirtschaft im Murtal fest im Griff. Besonders betroffen sind Grünland, Mais, Erdäpfel und Braugerste.

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Grantner ist Obmann des Saatbauvereins Murboden, dem 124 Mitglieder angehören. Auf rund 330 Hektar wird in der Region Braugerste für das Murauer Bier angebaut. Doch heuer verlief die Saison alles andere als normal.

"Im März hatten wir starken Frost, danach eine lange Hitzeperiode. Als dann Regen kam, konnten viele Kulturen das nicht mehr richtig verarbeiten", erklärt Grantner.

Hälfte der Braugerste fällt aus

Bei der Gerste kam es zum sogenannten Zwiewuchs. Während manche Ähren bereits reif waren, bildeten sich neue grüne Triebe. Dadurch stimmen Keimfähigkeit und Eiweißgehalt nicht mehr.

In normalen Jahren können rund 98 Prozent der Ernte als Braugerste verkauft werden. Heuer erfüllt laut Grantner nur etwa die Hälfte die nötigen Qualitätsanforderungen. Der Rest muss als Futtergerste vermarktet werden.

Für die Bauern bedeutet das massive finanzielle Einbußen. "Der Erlös ist nur etwa halb so hoch".

Katastrophe bei Kartoffeln

Noch dramatischer ist die Lage bei den Erdäpfeln. Auf leichten und sandigen Böden drohen teilweise Totalausfälle. Das Erdäpfelkraut liegt bereits am Boden, die Knollen sind klein geblieben und wachsen nicht mehr weiter.

Rund ein Drittel der Flächen sei davon betroffen. Auch auf dem Hof der Familie Grantner, die seit 1981 Erdäpfel anbaut, wird mit deutlichen Verlusten gerechnet. "Bei uns werden es rund 30 Prozent weniger Ertrag sein. Die Hitze macht uns schon länger zu schaffen, aber so schlimm wie heuer war es noch nie", so der Landwirt.

Maisernte bricht um ein Drittel ein

Auch der Mais kämpft mit mehreren Problemen. Zuerst sorgte der Frost im Frühjahr für Schäden, danach blieb der dringend benötigte Regen wochenlang aus.

"Der Mais musste neu austreiben und hat dadurch zwei bis drei Wochen verloren. Die Wurzeln konnten sich nicht richtig entwickeln", erklärt Grantner. Der Ertrag dürfte deshalb um rund ein Drittel niedriger ausfallen.

Auch beim Grünland fehlen sogar etwa 40 Prozent des üblichen Ertrags. Für Betriebe mit Vieh bedeutet das weniger Futter und zusätzlichen wirtschaftlichen Druck.

"Es gibt keine Verschnaufpause mehr"

Laut Grantner fiel heuer rund 85 Prozent weniger Niederschlag als in einem durchschnittlichen Jahr, auch die Winter werden schneeärmer. Besonders alarmierend ist die Häufung der Extremjahre: "Früher gab es trockene Jahre, dazwischen konnten sich die Böden und die Natur wieder erholen. Jetzt kommt ein trockenes Jahr nach dem anderen. Es gibt keine Verschnaufpause mehr für die Natur."

Beregnungsanlagen könnten helfen, sind für viele Bauern aber zu teuer – und auch die Grundwasserpegel fallen rapide. Langfristig setzt Grantner deshalb auf robustere Sorten, die Hitze und Trockenheit besser verkraften. Vor allem bei Erdäpfeln brauche es dringend widerstandsfähigere Pflanzen. Doch schnelle Hilfe ist nicht in Sicht. "Bis eine neue Sorte entwickelt ist, vergehen etwa zehn Jahre."

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 19.07.2026, 10:05, 18.07.2026, 18:26