Fische und Muscheln verenden

Wegen extremer Hitze – "Massensterben" in der Lobau

Die Hitzeperiode hat ganz Europa fest im Griff, auch in Wien sind die Auswirkungen spürbar. Fotos aus der Lobau zeigen nun schockierende Zustände.
17.07.2026, 14:24
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Die Hitzewelle in Österreich trifft Mensch und Natur gleichermaßen. Bereits Anfang Juli warnte der WWF vor der zunehmenden Austrocknung der Flüsse im Land. 85 Prozent der Flüsse führen aktuell weniger Wasser als üblich.

Nun erreichen "Heute" dramatische Bilder aus der Lobau im Nationalpark Donau-Auen: Verendete Fische in kleinen, noch übrig gebliebenen Pfützen, gebrochene Reste von Teichmuscheln, die auf dem vertrockneten Boden liegen, ehemalige Teiche die nun zu einer dürren Fläche geworden sind. Es handle sich um ein "Massensterben" von Fischen, Sumpfschildkröten und Großmuscheln, teil der Verein Lobaumuseum mit.

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Lobau trocknet immer mehr aus

Auf der Facebook-Seite "Lobauinfo" weisen sie auf die aktuelle Situation in der Unteren Lobau hin. "Wenn wir nichts tun, wird es in der Lobau in wenigen Jahrzehnten keine Gewässer mehr geben. Das nationalparkwürdige Auwaldrelikt wird sich in einen nichtssagenden, trockenen Buschwald verwandelt haben", teilt der Verein mit.

Dabei bezieht man sich auf eine Studie des Instituts für Hydrobiologie und Gewässermanagement der Universität für Bodenkultur im Auftrag des Magistrats der Stadt Wien aus dem Jahr 2025. Darin steht: "Sollte sich die Verlandung der Lobau mit dem derzeitigen Trend fortsetzen, so ist in wenigen Jahrzehnten mit einem vollständigen Verschwinden der aquatischen und semiaquatischen Flächen zu rechnen." Zwischen 1938 und 2024 hat die Lobau bereits 43 Prozent ihrer Wasserflächen und Feuchtgebiete verloren. Ihre Gewässer verlanden mit einer Geschwindigkeit von 0,2 bis 3,5 Prozent pro Jahr.

Magistratsabteilung hofft auf Regen

Die MA49 - Forstamt und Landwirtschaftsbetrieb bestätigt auf"Heute"-Nachfrage, dass zuletzt vereinzelt verendete Fische vorgefunden wurden – und verweist auf die Trockenheit: "Ganz Österreich leidet derzeit unter extrem Dürre – das trifft auch die Lobau. Auf Grund der anhaltenden Trockenheit ist hier die Wasserfläche sichtbar zurückgegangen".

"Aktuell ist in der Donau Niedrigwasserstand, was in Folge auch Auswirkungen auf den Grundwasserspiel u.a. in der Lobau hat. Nur nachhaltige Regenschauer können die Situation entspannen", meint die Stadt.

Verein sieht "Schuld" bei Stadt Wien

Der Verein Lobaumuseum allerdings sieht das anders. "Die katastrophale Situation in der Unteren Lobau ist nicht die Schuld eines Regendefizits, sondern die Schuld der Stadt Wien. Die Alte Donau ist nach wie vor nicht am Verdursten, das Mühlwasser ist ordentlich gefüllt, die Gewässer der Oberen Lobau sehen aus wie immer. Sie werden allesamt fürsorglich mit Wasser aus der gestauten Neuen Donau versorgt. Man muss es nicht pumpen, es fließt von allein stromabwärts in Richtung Lobau – allerdings nicht bis in die Untere Lobau", so der Verein.

Die Stadt habe Maßnahmen versäumt – etwa das aus der Neuen Donau eingeleitete Wasser aus der Oberen Lobau nicht weiter in die Untere Lobau fließen lassen. Deshalb gäbe es im Hauptgerinne wie dem Mittelwasser und dem Großteil des Kühwörther Wassers kein Wasser mehr, kritisiert der Verein.

Maßnahmen werden überlegt

Seitens der MA49 weißt man die Vorwürfe zurück. "Die Stadt Wien setzt bereits seit längerer Zeit gezielt Maßnahmen, um die Auenlandschaft nachhaltig für die Zukunft zu sichern und den Wasserhaushalt langfristig zu stabilisieren. Eine dieser Maßnahmen ist die neue Wasserzuleitung in die Obere Lobau. Über diese wird seit knapp zwei Jahren zusätzlich Wasser aus der Neuen Donau eingebracht, um die ökologische Situation vor Ort zu verbessern und die Austrocknungstendenzen abzufedern", heißt es.

Auch für die Untere Lobau würden intensive fachliche Prüfungen laufen. Derzeit arbeite eine Expert*innengruppe an einem Grundwasserströmungsmodell, auf dessen Grundlage entschieden wird, welche weiteren Maßnahmen sinnvoll und wirksam gesetzt werden können.

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