Oberösterreich erlebt ein Wetterextrem: Der Frühling 2026 war laut aktueller meteorologischer Auswertung der trockenste seit Beginn der Messungen. In den Monaten März, April und Mai fiel insgesamt deutlich weniger Regen als üblich.
Besonders dramatisch war die Lage im März. Mit einer Niederschlagsabweichung von minus 73 Prozent blieb der Großteil der sonst üblichen Regenmengen aus. Gleichzeitig lag die Temperatur um 1,4 Grad über dem Durchschnitt der Jahre 1991 bis 2020.
Auch der April brachte kaum Entspannung. Zwar war er nur leicht wärmer als im langjährigen Mittel, beim Niederschlag fehlten aber erneut große Mengen. Die Abweichung lag bei minus 62 Prozent.
Im Mai fiel zwar wieder etwas mehr Regen, dennoch wurden die üblichen Werte klar verfehlt. Mit 30 Prozent weniger Niederschlag als im Durchschnitt blieb auch dieser Monat deutlich zu trocken.
Die Folgen sind bereits spürbar. Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder schlägt Alarm: "Die Daten lügen nicht. Dieser Frühling war viel zu trocken. Das stellt nicht nur unsere Landwirtschaft vor große Herausforderungen, sondern gefährdet langfristig auch unsere Wasserversorgung."
Der Wassermangel zeigt sich inzwischen auch bei den Grundwasserständen. An mehreren Messstellen wurden historische Tiefstwerte registriert. Besonders betroffen ist das Innviertel, aber auch andere Regionen des Bundeslandes kämpfen mit sinkenden Reserven.
Für zusätzliche Sorgen sorgen heftige Gewitter. Laut Kaineder fällt der Niederschlag zuletzt oft als Starkregen. Das Wasser könne vom ausgetrockneten Boden nur schlecht aufgenommen werden und versickere daher nicht ausreichend.
Um die Grundwasserstände wieder zu stabilisieren, bräuchte es laut dem Landesrat im Juni deutlich mehr Regen als üblich. Konkret wären mehr als 100 Liter Niederschlag pro Quadratmeter notwendig, um eine Trendumkehr einzuleiten.