Beispiellose Hitzewelle

"Klimanotstand" – Waldbrand-Serie hält Europa in Atem

Angesichts von Waldbränden im Großraum Paris, der spanischen Provinz Almería und steigender Gefahr in Südengland rückt die Klimakrise in den Fokus.
Newsdesk Heute
13.07.2026, 16:44
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Aktuell überschlagen sich die Meldungen zu Waldbränden in Westeuropa: der schlimmste Waldbrand im Großraum Paris seit langem, der folgenschwerste Waldbrand in der jüngeren Geschichte Spaniens, "außergewöhnlich" hohe Waldbrandgefahr auch im Süden Englands. Schuld ist die aktuelle extreme Hitzewelle, laut Experten verursacht durch den menschengemachten Klimawandel.

Riesiger Waldbrand südlich von Paris

Angesichts des schlimmen Waldbrands im Großraum Paris befinden sich die französischen Behörden im Ausnahmezustand. Etwa 800 Hektar des Waldes von Fontainebleau, rund 50 Kilometer südlich von Paris, sind mittlerweile abgebrannt, wie am Montag mitgeteilt wurde. "Im Wald von Fontainebleau herrscht ein Brand mit ungewöhnlichem Ausmaß", schrieb Frankreichs Präsident Emmanuel Macron auf der Online-Plattform X. "Alle verfügbaren Mittel sind im Einsatz."

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Rund 500 Feuerwehrleute, zwei Löschflugzeuge und Hubschrauber rückten aus, unterstützt von Landwirten aus der Region, die mit Traktoren Wassertanks heranschafften. Die Behörden gehen davon aus, dass das Feuer noch am Montag unter Kontrolle gebracht wird - um es komplett zu löschen, wird es wohl noch mehrere Tage bis Wochen dauern.

Frankreich erlebt derzeit die dritte Hitzewelle seit Beginn des Jahres, die in weiten Landesteilen die Böden und die Vegetation ausgetrocknet hat. In 42 der 101 Départements gilt die höchste Dürre-Warnstufe. Wegen der Hitze wurden drei Atomreaktoren vorübergehend heruntergefahren, es kam zu Zugausfällen und einer Autobahnsperre. Insgesamt brannten in Frankreich seit Jahresbeginn bei Wald- und Flächenbränden bereits 32.000 Hektar ab, etwa doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum.

Spanien besonders betroffen

Auch in der südspanischen Provinz Almería wütet gerade einer der folgenschwersten Waldbrände der jüngeren Geschichte. Der wohl von einem herabgestürzten Stromkabel ausgelöste Brand hatte sich mit einem Tempo von bis zu hundert Metern pro Minute ausgebreitet und etwa 7.000 Hektar Vegetation vernichtet. Auch 13 Todesopfer wurden gemeldet, etwa 1.500 Menschen vertrieben.

Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez betont, dass gefährliche Waldbrände als Folge des globalen Klimawandels "immer häufiger" auftreten: "Jeder einzelne von uns muss sich bewusst werden, dass sich das Klima gerade verändert, dass die Auswirkungen des Klima-Notstands sich immer mehr verschlimmern."

Gerade Spanien ist von den Folgen des Klimawandels besonders betroffen. Der andalusische Regionalpräsident Juan Moreno spricht von einem "Zustand des Klima-Chaos mit Situationen, die praktisch beispiellos sind, außergewöhnlich und zunehmend explosiv". Im Vorjahr wurden in Spanien durch Waldbrände fast 400.000 Hektar Vegetation zerstört.

Auch Großbritannien betroffen

Angesichts einer seit Wochen andauernden beispiellosen Hitzewelle im Vereinigten Königreich warnen englische Behörden vor einer "außergewöhnlich" hohen Waldbrandgefahr. Auch die Hauptstadt London ist betroffen, im Südosten der Metropole brannten am Sonntag bereits Felder. Nordengland und Wales sind ebenfalls von großflächigen Bränden erfasst worden. "Das jetzige Ausmaß übersteigt alles bisher Dagewesene", schreibt die walisische Abgeordnete Claire Hughes auf X.

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