Am 28. April wurde die Stadt Springfield im US-Bundesstaat Missouri von einem heftigen Hagelsturm überrascht. Eisbrocken in der Größe von Baseballs, manche sogar so groß wie Grapefruits, beschädigten Autos und Häuser und verletzten Menschen sowie Tiere.
Solche extremen Hagelereignisse treten immer häufiger in den Schlagzeilen auf. Entgegen der Annahme, dass Eis bei steigenden Temperaturen schmilzt, deuten neue Studien darauf hin, dass Hagelkörner in vielen Regionen künftig größer und gefährlicher werden könnten.
Forscherinnen und Forscher der Peking-Universität untersuchen mithilfe von Computermodellen, wie sich Hagelstürme bei veränderten Klimabedingungen entwickeln könnten. Die Studie erschien am 27. Mai im Fachjournal Nature.
Hagel entsteht, wenn starke Winde Feuchtigkeit hoch in kalte Wolken befördern, wo Wassertröpfchen um winzige Partikel gefrieren. In einer wärmeren Atmosphäre kann die Luft mehr Feuchtigkeit speichern - das bietet den Hagelkörnern zusätzliches Wachstumspotenzial. Zwar schmilzt Hagel auf dem Weg zur Erde schneller, doch große Körner erreichen dennoch als massive Eisklumpen den Boden.
„Große Hagelkörner schmelzen zwar auch, aber sie kommen trotzdem als beträchtliche Eisstücke am Boden an“, erklärt Qinghong Zhang, Meteorologin und Studienleiterin von der Peking-Universität. Kleinere Hagelkörner hingegen schmelzen oft vollständig und gelangen als Regentropfen zur Erde.
Das Risiko durch größere Hagelkörner ist jedoch nicht überall gleich verteilt. Laut den Forschenden könnten insbesondere Regionen weiter entfernt vom Äquator - also in höheren Breitengraden - künftig häufiger von schweren Hagelstürmen betroffen sein. In tropischen und subtropischen Gebieten dagegen könnte die Gefahr sogar sinken.
Shiyi Zhang von der Peking-Universität betont: „Wenn die Temperaturen weiter steigen, werden größere und zerstörerische Hagelkörner in vielen Regionen wahrscheinlich zu einer größeren Bedrohung werden.“