Der Höhepunkt dieser erbarmungslosen Hitzewelle liegt endlich hinter uns. Der am Dienstag in Wien-Stammersdorf neu aufgestellte bundesweite Allzeitrekord wurde am Mittwoch schon wieder gesprengt. 41,2 Grad in Bad Deutsch-Altenburg ist aktuell die höchste Temperatur, die jemals in Österreich gemessen wurde.
Damit kehrt der Titel auf seinen langjährigen Platz zurück. Im extremen Hitze-August 2013 wurde ebenfalls in der niederösterreichischen Gemeinde der gültige Rekord von 40,5 Grad aufgestellt. Es war das erste und einzige Mal, dass die 40er-Marke in Österreich überschritten wurde – bis zu diesem Sommer.
Heuer wurden die 40 Grad Celsius nicht nur an mehreren Tagen überschritten, sondern auch großflächig im Osten Österreichs. Die Greatest Heats:
"Dass der gestern aufgestellte Allzeitrekord bereits einen Tag später wieder übertroffen wird, unterstreicht die Außergewöhnlichkeit dieser Hitzewelle. Drei Tage in Serie mit Temperaturen über 40 Grad hat es in Österreich seit Beginn der Wetteraufzeichnungen noch nie gegeben", sagt Roland Reiter von der Österreichischen Unwetterzentrale.
Eine solche Hitze lässt sich auch nicht auf Dauer aussperren. Vielfach werden auch in Innenräumen um die 30 Grad erreicht, eine Abkühlung in der Nacht fiel teilweise aus. In Hornstein im Burgenland sank die Temperatur nicht unter 28,5 Grad. Selbst Durchlüften brachte da keine Linderung.
Auch Grünen-Chefin Leonore Gewessler hatte mit der Hitze in den eigenen vier Wänden zu kämpfen: "Bei mir ist es sehr heiß. Wie bei vielen anderen Menschen in diesem Land gerade", erzählt sie im Talk mit PULS24. Eine Klimaanlage besitze sie nicht. "Ich versuche alles, was geht mit Abdunkeln, nur zu den kühlsten Stunden lüften und vieles weitere..."
Sie macht aber auch klar: "Wir sehen und spüren hier am eigenen Leib, was Klimakrise bedeutet und wie dringend es ist, dass wir alle gemeinsam – und diese Bundesregierung ganz voran – in die Gänge kommen beim Klimaschutz. Wenn wir nichts tun, das wird gefährlich", warnt die frühere Klimaschutzministerin. Bedrückender Nachsatz: "Und dann ist das vielleicht der kühlste Sommer unseres restlichen Lebens."
Auch der meteorologische Ausblick ist alles andere als rosig: Am Freitag wird es mit Höchstwerten zwischen 23 und 31 Grad zwar vorübergehend etwas kühler. Lange hält die Abkühlung aber nicht an.
Schon am Wochenende setzt sich wieder Hochdruckeinfluss durch, in der kommenden Woche deutet sich im Flachland die nächste markante Hitzewelle mit Temperaturen deutlich über 35 Grad an.
"Die außergewöhnliche Serie extremer Hitzetage geht damit in die nächste Runde. Eine nachhaltige Entspannung der Hitzesituation ist derzeit nicht in Sicht", sagt Meteorologe Reiter.