Die Hitzewelle kennt derzeit kein Erbarmen. Nur einen Tag nach dem bisherigen Allzeitrekord von 41,0 Grad in Wien-Stammersdorf wurde dieser bereits wieder geknackt. An der Wetterstation Bad Deutsch-Altenburg kletterte das Thermometer am Mittwochnachmittag auf 41,2 Grad – so heiß war es in Österreich seit Beginn der Wetteraufzeichnungen noch nie.
Auch Wien-Stammersdorf erreichte mit 41,0 Grad erneut die historische Marke. Insgesamt überschritten am Mittwoch gleich fünf Wetterstationen die 40-Grad-Grenze.
"Dass der gestern aufgestellte Allzeitrekord bereits einen Tag später wieder übertroffen wird, unterstreicht die Außergewöhnlichkeit dieser Hitzewelle. Drei Tage in Serie mit Temperaturen über 40 Grad hat es in Österreich seit Beginn der Wetteraufzeichnungen noch nie gegeben", sagt Roland Reiter von der Österreichischen Unwetterzentrale.
Auch die Nacht brachte einen historischen Rekord. In Hornstein im Burgenland sank die Temperatur nicht unter 28,5 Grad. Das ist das höchste jemals in Österreich gemessene Nachtminimum. Die Messstation ist allerdings erst seit 2024 in Betrieb.
An mehreren Wetterstationen mit jahrzehntelangen Messreihen wurden ebenfalls neue Rekorde für die höchste Nachttemperatur aufgestellt. In der Wiener Innenstadt wurden 27,4 Grad gemessen, in Retz Windmühle 26,7 Grad und in Kremsmünster 24,1 Grad. Damit wurde auch der bisherige österreichische Rekord für das höchste Nachtminimum von 27,3 Grad übertroffen.
Eine kurze Verschnaufpause ist zwar in Sicht, von einer Entwarnung kann aber keine Rede sein. Am Donnerstag steigen die Temperaturen im Osten noch einmal auf 38 bis 39 Grad. Gleichzeitig erhöht eine herannahende Kaltfront die Gefahr kräftiger Gewitter.
Am Freitag wird es mit Höchstwerten zwischen 23 und 31 Grad zwar vorübergehend etwas kühler. Lange hält die Abkühlung aber nicht an. Schon am Wochenende setzt sich wieder Hochdruckeinfluss durch, in der kommenden Woche deutet sich im Flachland die nächste markante Hitzewelle mit Temperaturen deutlich über 35 Grad an.
"Die außergewöhnliche Serie extremer Hitzetage geht damit in die nächste Runde. Eine nachhaltige Entspannung der Hitzesituation ist derzeit nicht in Sicht", warnt Reiter.