Die Auswirkungen der anhaltenden Hitze und Trockenheit stehen erneut im Fokus der Bundesregierung. Am Donnerstag kam die Hitze-Taskforce im Bundeslagezentrum zusammen, um die aktuelle Situation neu zu beurteilen.
An der Arbeitsgruppe nehmen Vertreter aller Ministerien sowie der Regierungsberater für nationale Sicherheit und Krisenvorsorge, Peter Vorhofer, teil. Ziel ist eine gesamtstaatliche Einschätzung der Folgen der Hitzewelle und der Trockenperiode in Österreich und Europa.
Bereits im Jänner und April wurden umfassende Lagebilder zu den Auswirkungen von Hitze und Dürre erstellt. Grundlage dafür waren Berichte der betroffenen Ressorts. Nun soll die Entwicklung erneut ressortübergreifend analysiert werden.
Laut der aktuellen Lagebewertung herrscht in Österreich heuer bereits die dritte Hitzewelle, am Mittwoch wurde mit 41,2 Grad zudem ein neuer Höchstrekord gemessen. Der Juli 2026 ist der viertwärmste seit Messgeschichte, in Wien und Niederösterreich wurden bereits die Allzeit-Julirekorde überschritten.
Hinzu kommt die anhaltende Trockenheit. Sowohl der geringe Niederschlag im Frühling als auch die hohe Verdunstungsrate haben zu der extremen Dürreperiode geführt. Der Juli 2026 zählt zu den fünf niederschlagsärmsten Julimonaten in den letzten 169 Jahren.
Vor allem für die Landwirtschaft ist die Trockenheit eine historische Belastungsprobe. Am dramatischsten ist es laut Vorhofer im Grünland sowie in Viehhaltungs-Betrieben. Durch die Einbuße bei der Getreideproduktion ist bereits jetzt von einer unterdurchschnittlichen Ernte die Rede.
Auch wenn die Getreideversorgung in Österreich abgesichert ist, sorgen die Futterknappheit und die Verfütterung der Winterreserven für große Unsicherheit. Laut dem Krisenberater gibt es bereits Vorschläge zu Maßnahmen, die eine Entspannung nach sich ziehen sollen. Welche das konkret sind, verrät Vorhofer nicht.
Die Energieversorgung ist laut Lagebericht ebenfalls stabil, sowohl in Österreich als auch in Europa. Mittelfristig werden keine Probleme erwartet, so Vorhofer. Mehrere Kraftwerke seien jedoch aufgrund von Kühlwasser-Problemen eingeschränkt.
Der Regierungsberater betont zudem die erhöhte Gefährdung von Waldbränden und appelliert an die Bevölkerung, kein offenes Feuer in Österreich zu zünden. Die Infrastruktur werde derzeit massiv beobachtet. Auch im Bildungs- und Gesundheitsbereich wurden bereits Maßnahmen eingeleitet.
Vorhofer sieht die Klimakrise als die größte Herausforderung unserer Zeit und warnt vor den Folgen: "Es ist ein hochkomplexes, bewältigbares Phänomen, auf das wir reagieren müssen. Es wird Österreich die nächsten Jahre stark beschäftigen. Wir werden viel mehr Hitzetage haben, mehr Tropennächte, häufigere und intensivere Hitzewellen, länger anhaltende Trockenheit sowie eine Verschiebung der Lebensräume."
Die Prognosen für die kommenden Wochen bleiben düster. Eine kurzfristige Entspannung in der zweiten Augusthälfte wird nicht erwartet. Der warme und trockene Einfluss sowie der geringe Niederschlag sollen sich bis in den Herbst ziehen. Einige Wettermodelle weisen laut Vorhofer sogar bis Weihnachten keine besondere Verbesserung auf.